Kommunen weiten mit „Pakt für Pflege“ Hilfsangebote aus

Mit Hilfe des „Pakts für Pflege“ haben Kommunen in Brandenburg ihre Angebote für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen ausweiten können. Der Bedarf ...

ARCHIV - Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an.
ARCHIV - Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an.Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Potsdam-Mit Hilfe des „Pakts für Pflege“ haben Kommunen in Brandenburg ihre Angebote für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen ausweiten können. Der Bedarf an Hilfsprojekten und Anlaufstellen wächst, vor allem, um die Möglichkeiten für die Pflege zu Hause zu verbessern. Die Zahl der Pflegebedürftigen werde weiter deutlich steigen, teilte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Freitag mit. Sie besuchte eine Pflegeschule in Beelitz-Heilstätten (Potsdam-Mittelmark).

In Brandenburg leben dem Ministerium zufolge rund 185.000 pflegebedürftige Menschen (Stand von 2021). Mehr als 85 Prozent von ihnen werden zuhause gepflegt. Gut 56 Prozent aller Pflegebedürftigen in Brandenburg seien über 80 Jahre alt.

Mit rund 20 Millionen Euro jährlich für den „Pakt für Pflege“ konnten etwa Nachbarschaftshilfen und Demenz-Stammtische, mobile Pflegeberatungen, Treffpunkte für Senioren und Angebote zur Unterstützung der häuslichen Pflege entstehen. Drei Förderprogramme starteten im April 2021 und werden laut Ministerium bis Dezember 2024 verlängert.

Die Pflege der Zukunft sei eine „Pflege im Quartier“ - dort, wo die Menschen lebten, zu Hause seien und alt werden möchten, sagte Nonnemacher. Wichtig seien Angebote, die helfen sollen, Pflegebedürftigkeit zu verzögern, zu verringern oder sogar zu vermeiden.

Patientenschützer etwa dringen indes auf ein rasches Anheben des Pflegegeldes - also der regulären Unterstützung für Pflegebedürftige, die zu Hause betreut werden.

Die Zahl der Beschäftigten in der Pflege sei in Brandenburg gestiegen, hieß es. Im Jahr 2019 gab es nach Angaben des Ministeriums 40.286 Beschäftigte in der Pflege, im Jahr 2021 stieg die Zahl auf 41.828. Neuere Zahlen nannte die Behörde nicht. Nonnemacher bezeichnete die Zuwanderung als eine große Chance für die Pflegebranche. Ausländische Fachkräfte seien unerlässlich.