Berlin - Sicher, in Berlin ist die Arbeitslosenquote weiterhin hoch und hier leben noch immer vergleichsweise viele Arme. Doch richtig ist auch: Viele Menschen in der Hauptstadt leben auch völlig über ihre Verhältnisse. Trotz Mini-Einkommen glauben sie, nicht auf Designer-Klamotten verzichten zu können oder auf das schicke Smartphone. Betroffen sind in besonderem Maße Jüngere, die oft aus Gruppenzwang handeln: Ohne die teuren Markenprodukte fürchten sie, zu Außenseitern in ihrer Clique zu werden.

Zu Recht wird gefordert, dass die Politik hier entschlossener handelt. Es wäre durchaus begrüßenswert, wenn der Umgang mit dem eigenen Geld auch in der Schule thematisiert würde. Doch das hat seine Grenzen. Die Schule kann den Eltern nicht alles abnehmen. Diese sind es, die ihren Sprösslingen vorleben müssen, dass im Leben nicht nur Konsum Spaß macht.

Immer wieder müssen sie ihnen klar machen, dass jeder Euro, den sie leichtfertig ausgeben, erst einmal verdient werden muss. Ein festes Budget in Form von Taschengeld, mit dem die Kinder umgehen, ist in der Regel hilfreicher, als den Kindern einfach jeden Konsumwunsch zu erfüllen. Schön wäre es, wenn die Eltern hier auf den Staat als gutes Beispiel für den vernünftigen Umgang mit Geld verweisen könnten. Doch der taugt als Vorbild leider ganz und gar nicht.