Köln - Mit Helm, kugelsicherer Weste und Stift in der Hand: So präsentiert sich FDP-Politiker Tobias Huch zu Beginn seines Videos, das nun im Netz die Runde macht. Der Titel der Aufnahme: „Seriöses Interview mit ISIS“. Mit Blick in die Kamera erklärt Huch dem Zuschauer den Grund für seinen Kurzfilm: Jürgen Todenhöfers Gespräch mit „Islamischer Staat“, oder, in Huchs Worten, der „Presse-Offizier“ und seine „PR-Show“.

Huch verkündet, er wolle zeigen, wie man seriös ein Interview mit dem IS führt. Seine Frage an die Terror-Organisation ist, ob sie denn glauben, dass das, was sie veranstalten, der Islam sei. Was folgt, ist jedoch kein Gespräch. Stattdessen zückt Huch den Stift und schreibt seine Frage auf - auf den Kopf einer Granate. Das Video schließt mit den Worten: „Wir werden's ihnen in den nächsten Tagen zustellen. Mal schauen, wie die Antwort ist.“

Unter dem Video, das der Politiker aus Rheinland-Pfalz auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat, reagiert er auf das Netz-Echo. Demnach hätte er „95 Prozent positive Reaktionen“ erhalten, die breite Mehrheit hätte den „Sinn dahinter sofort verstanden“. Huch weiter: „Gegen Terroristen wie ISIs helfen keine Worte“. Nur Kurden könnten die Terror-Organisation aufhalten, dafür brauche es jedoch „moderne und schwere Waffen“.

Die FDP Rheinland-Pfalz betont, dass Huch mit seiner Meinungsäußerung nicht für seine Partei spreche, und bezieht Stellung auf ihrer Homepage. Zwar hätten die Freien Demokraten „das Video nicht geschaltet und lehnen es in Form und Inhalt ab“, allerdings sähen sie es auch nicht als ihre Aufgabe, ihre Mitglieder „zu überwachen und zu kontrollieren“.

Huch ist nach eigener Aussage Inhaber einer kleinen Medienagentur mit Fokus auf PR und Politikberatung. Während er seine eigene Aktion nicht als PR-Masche einordnet, reagieren zahlreiche User im Netz negativ auf den Film. So heißt es in einem Facebook-Kommentar: Das ist nicht seriös, nicht einmal satirisch, das ist zynisch. Ich hoffe sehr für Sie, dass Sie die Antwort nicht erreicht.“ Ein weiterer User meint: „Sowas kommt wohl dabei raus, wenn ein Politiker versucht lustig zu sein. Wie erbärmlich, dass er Bombardieren einem Dialog vorzieht.“