Hamburg - Zwei angebliche Wunderheilerinnen haben einer 58-Jährigen aus Hamburg innerhalb eines Jahres für Kräuteranwendungen und Rituale mindestens 14 600 Euro abgeknöpft. Die Polizei nahm die 17 und 45 Jahre alten Frauen am Dienstag in der Innenstadt fest - nachdem das Opfer ihnen erneut einen Umschlag mit 500 Euro gegeben hatte. Die beiden Verdächtigen schweigen zu den Vorwürfen, wie Polizeisprecherin Sandra Levgrün am Mittwoch sagte. „Sie haben die hilflose Lage der 58-Jährigen völlig ausgenutzt.“

Die junge Verdächtige ist in Wien gemeldet, die ältere in Frankfurt am Main. Die Ermittler prüfen nun, ob die Frauen für weitere ähnliche Betrugsfälle verantwortlich sind.

Die ältere Verdächtige und das spätere Opfer hatten sich im April 2012 in Hamburg-Bergedorf kennengelernt. „Die 45-Jährige benutzte dabei einen falschen Namen und nannte sich „Anna-Sophia““, erklärte Levgrün. Die Treffen arrangierte sie per Telefon. „Nach mehreren Treffen und vielen Gesprächen war die gesundheitlich angeschlagene 58-Jährige von den übersinnlichen und heilenden Fähigkeiten der Tatverdächtigen überzeugt.“

Nach diversen Ritualen, Kräuteranwendungen und Gesprächen habe sie den Frauen - die 45-Jährige stellte die 17-Jährige als ihre angebliche Tochter vor - alles geglaubt. Wenn sie Zweifel äußerte, habe sie sich von den beiden eingeschüchtert gefühlt, sagte die 58-Jährige den Ermittlern. In regelmäßigen Abständen hätten die Verdächtigen von ihr Geld verlangt. „Sie versicherten dabei dem Opfer, dass das Geld eine Schicksalsbereinigung zur Folge hätte“, erklärte Levgrün. Nur die 500 Euro, die die 58-Jährige den Frauen am Dienstag gegeben hatte, hat sie bisher zurückbekommen.

Das Opfer habe sich „total geschämt“, sich anderen zu offenbaren, berichtete die Polizeisprecherin. Dass die Fahnder am Dienstag per Zufall das Treffen der drei Frauen beobachteten und die Verdächtigen festnahmen, habe die 58-Jährige enorm erleichtert. (dpa)