Berlin - Deutschland verfettet. Gab es noch vor einigen Jahren deutlich mehr normal- als übergewichtige Menschen, sind die Fettleibigen mittlerweile in der Mehrheit. Sieben Millionen Menschen mussten sich 2014 wegen eines krankhaften Übergewichts in einer Praxis behandeln lassen.

Nach vergeblichen Versuchen, wieder abzunehmen, suchen immer mehr  Patienten ihr Heil in einer Magenoperation zur Gewichtsreduzierung. Laut dem neusten „Krankenhaus-Report“ der Krankenkasse Barmer GEK, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, stieg  die Zahl dieser sogenannten bariatrisch Operationen in den letzten Jahren sprunghaft an. Die Kasse warnt jedoch vor erheblichen Risiken.

Legten sich 2006 erst 167 der an Adipositas leidenden Barmer-Versicherten unters Messer, waren es 2014 schon 1070, was eine Versechsfachung bedeutet. Bei allen Krankenkassen hat sich die Zahl in diesem Zeitraum auf 9225 Eingriffe mehr als verfünffacht. „Das sind erst geringe Fallzahlen, aber der Trend macht uns Sorgen“, sagte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub.

Verschiedene Arten von Magenoperationen

In Frage kommen unterschiedliche Operationen, die nicht rückgängig gemacht werden können. Bei der Schlauchmagen-OP wird bis zu 90 Prozent des Magens entfernt, so dass nur ein schlauchartiger Rest erhalten bleibt. Die Patienten empfinden dadurch beim Essen deutliche schneller ein Sättigungsgefühl.

Bei einem Magenbypass wird ein Stück des Magens abgetrennt und direkt mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Durch den verkleinerten Magen können die Patienten weniger Nahrung aufnehmen. Zum anderen passiert die Nahrung eine geringere Strecke im Darm, so dass weniger verdaut wird. Bei einer Magenband-OP wird ein Band um den Magen gelegt, der so praktisch geteilt wird. Diese OP gilt allerdings als veraltet und wird in Deutschland kaum noch angewendet.

Laut Klinik-Report können diese Operationen durchaus helfen, ein unbeschwertes Leben zu führen. So fanden die Autoren heraus, dass die Betroffenen in der Folgezeit seltener wegen Diabetes, Schlafstörungen oder Bluthochdruck im Krankenhaus behandelt werden mussten. Zudem stieg die Zahl der Geburten im Vergleich zu Patienten ohne OP.