Das Affenhaus des Krefelder Zoos nach dem Brand in der Silvesternacht.
Foto: dpa/David Young

KrefeldNach dem verheerenden Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos ist der Fall nach Polizeiangaben weitgehend aufgeklärt. Die mutmaßlichen Verursacher hätten sich selbst bei den Ermittlern gemeldet, sagte Gerd Hoppmann von der Krefelder Kriminalpolizei am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei ihnen tatsächlich um diejenigen handele, die die für das Feuer „ursächliche“ Himmelslaterne gestartet hätten. 

Der Krefelder Zoo bleibt am Donnerstag weiter geschlossen. Bei dem Feuer waren in der Nacht zu Neujahr mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Am Neujahrstag untersuchten Kriminalpolizei und Sachverständige den Brandort. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Es entstand ein Millionenschaden. Die Tiere, die ums Leben gekommen sind, seien ein unersetzlicher Verlust, auch für die Erhaltungsprogramme, sagte der Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ online berichtete.

Himmelslaterne könnte Brand ausgelöst haben

Wenige Stunden nach der Feuerkatastrophe hatten sich am Mittwoch mögliche Verursacher des Brandes bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler meinen, dass eine in der Nacht zu Neujahr gezündete Himmelslaterne den Brand ausgelöst haben könnte. Diese in Deutschland verbotenen Leuchtkörper waren im nordrhein-westfälischen Krefeld gesichtet worden. „Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen“, erklärte die Polizei. Die Überprüfung der Angaben werde aber einige Zeit dauern.

Das Drama im Zoo schockierte die Tierfreunde: Vor den Toren des traditionsreichen Tierparks legten viele Menschen, oft unter Tränen, Kerzen, Blumen, Briefe und Stofftiere ab. „Gestorben für euer Silvestervergnügen“, stand auf einem Karton. Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast.

Tausende Geldspenden für Zoo

Nach dem Feuer im Affenhaus sind bereits Tausende Spenden eingegangen. „Die Spendenbereitschaft ist enorm. Bis Mittwochabend sind bei uns bereits weit mehr als 4000 Geldspenden von unterschiedlichen Menschen eingegangen“, sagte der Vorsitzende der Krefelder Zoofreunde, Friedrich Berlemann, der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Ich kann aber noch nicht sagen, wie hoch die Spenden sind. Das müssen wir erst noch eruieren.“

Mehr aus 30 Tiere starben

Der Brand im Krefelder Zoo ist eines der schwersten Zoo-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte: Mehr als 30 Tiere, darunter viele Menschenaffen, starben. Die Tierpfleger hätten eine enge Bindung an diese Affen, ähnlich wie Besitzer zu ihren Haustieren, berichtete Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen. Einer der toten Affen ist der Gorilla Massa. „Ich habe ihn altern sehen“, sagte der Direktor über den seit langem in Krefeld lebenden Senior-Affen.

Eine Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht. Das sei nicht vorgeschrieben, erklärte der Zoo. Der Brand habe sich so schnell entwickelt, dass eine solche Anlage auch nicht geholfen hätte, hieß es. Eine Brandschutzversicherung bestehe aber.

Unter den umgekommenen Tieren waren auch kleinere Affenarten sowie Flughunde und Vögel. Zwei Schimpansen überlebten das Feuer mit leichten Verletzungen. In einem angrenzenden Gehege blieb eine junge siebenköpfige Gorillafamilie unversehrt. Die Gorillas hätten danach normal gefressen, berichtete eine Sprecherin des Zoos.