Eine Woche nach der Tat: Faeser „tief bestürzt“ über Messerangriff in Ludwigshafen

Ein 25-jähriger Mann aus Somalia soll in Ludwigshafen zwei Männer mit einem Messer getötet haben. Nun äußert sich Ministerin Faeser erstmals zu dem Angriff.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser
Bundesinnenministerin Nancy Faeserdpa

Rund eine Woche nach der tödlichen Messerattacke in Ludwigshafen hat sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erstmals öffentlich zu dem Angriff geäußert. Die Tat habe Faeser „tief bestürzt“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Berliner Zeitung. „Ihr Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer und den Menschen, die Zeugen dieser furchtbaren Tat wurden.“

Am 18. Oktober soll ein 25-jähriger Mann in Ludwigshafen-Oggersheim zunächst zwei Männer mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser attackiert haben. Beide Opfer, ein 20-Jähriger und ein 35-Jähriger, starben noch vor Ort an ihren Verletzungen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Mann aus Somalia.

Nach dem Angriff soll der Mann zunächst einen Unterarm des 20-jährigen Opfers abgetrennt und auf den Balkon seiner Ex-Freundin geworfen haben. Anschließend verletzte er laut den Ermittlern einen Kunden in einem Drogeriemarkt.

Das Innenministerium verweist darauf, dass sich die Hintergründe und ein Tatmotiv aus den Ermittlungen der rheinland-pfälzischen Behörden ergeben müssten. Laut der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankenthal dauern diese noch an. „Nach aktuellem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Opfer nicht kannte“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Berliner Zeitung. „Es liegen keine Hinweise auf eine etwaige Bekanntschaft vor.“

Der Spiegel hatte unmittelbar nach der Tat berichtet, dass der Angreifer laut Sicherheitskreisen „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal bestätigte der Berliner Zeitung, dass es dementsprechende Zeugenaussagen gebe. „Nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden liegen allerdings keine Hinweise darauf vor, dass religiöse oder extremistische Motive bei der Tat eine Rolle spielten.“

Ministerium erklärt, zu welchen Taten sich Faeser äußert

Bislang hatte die Innenministerin öffentlich nichts zu der Tat gesagt. Die Berliner Zeitung wollte vom Ministerium wissen, nach welchen Kriterien entschieden wird, zu welchen Gewalttaten Faeser sich äußert. Zwei Tage nach der Messerattacke von Ludwigshafen hatte die SPD-Politikerin eine abgebrannte Geflüchtetenunterkunft in Mecklenburg-Vorpommern besucht und gefordert, dass es, sollte ein Verdächtiger gefunden werden, schnell zu einer Anklage und Verurteilung kommen müsse. Auch in diesem Fall laufen die Ermittlungen noch. Die Brandursache ist unklar, Tatverdächtige gibt es nicht. Die Polizei geht jedoch von Brandstiftung aus und vermutet ein politisches Motiv.

Darüber hinaus hatte die SPD-Politikerin in den vergangenen Monaten immer wieder zu unterschiedlichen Gewalttaten Stellung genommen – so etwa zu einem tödlichen Angriff auf einen Mann beim Christopher-Street-Day in Münster und zu einem Amoklauf in einem Kopenhagener Einkaufszentrum.

Zur Frage, wann Faeser sich äußere, teilte das Ministerium mit: „Die Bundesinnenministerin ist sich ihrer Verantwortung für die Sicherheit aller in Deutschland lebenden Menschen – ungeachtet der verschiedenen Zuständigkeiten auf Bundes- und Landesebene – bewusst und nimmt jede Straftat ernst, insbesondere wenn dabei Menschen zu Opfern werden.“ Wann sich die Ministerin „zu welchen Vorfällen und Anlässen in welcher Form äußert“, hänge „von einer Vielzahl an Faktoren ab wie zum Beispiel ein vermuteter politischer Hintergrund einer Tat“.

Bei seiner Festnahme in Ludwigshafen wurde der 25-jährige Tatverdächtige angeschossen. Mittlerweile wurde er in ein Gefängnis verlegt. Sein Verteidiger habe mit ihm sprechen können, teilt die Staatsanwaltschaft Frankenthal mit. Eine Stellungnahme sei für ihn bislang aber noch nicht abgegeben worden.