Berlin - Als Reaktion auf den terroristischen Anschlag in der Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris versammelten sich am Mittwochabend rund 800 Menschen vor der französischen Botschaft in Berlin. Es war eine ruhige, fast schweigsame Anteilnahme. Viele der Anwesenden hielten kleine, brennende Kerzen in den Händen. Andere trugen Schilder mit der Aufschrift "Je suis Charlie", zu deutsch "Ich bin Charlie".

Es ist der Leitspruch einer Welle der Anteilnahme, die im Internet auf Twitter mit dem Hashtag #jesuischarlie bereits am Mittwochmittag kurz nach der Schießerei in Paris begann. Kurz darauf startete ein Nutzer auf Facebook eine Veranstaltung, in der er zur Anteilnahme vor der französischen Botschaft in Berlin aufrief. Ab 18 Uhr versammelten sich die Großstädter. Auch Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, und SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi mischten sich mit dem geschäftsführenden Vorstand der SPD unter die Trauernden.

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"Wir stehen zu unseren Werten.", sagte Oppermann im Hinblick auf den terroristischen Akt in Frankreich. Die Freiheit der eigenen Meinung dürfe und könne nicht in einer Angst vor Terrorismus erstickt werden.

Auch der junge Organisator kam zu Wort. Auf französisch ließ er die Veranstaltung wissen, dass noch weitere Menschen erwartet werden. Ein Übersetzer sprach für ihn. Dann verschwand der junge Mann in der Menge.

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Die Berliner Polizei war mit ein paar Einsatzwagen vor Ort. Sie hielt sich aber im Hintergrund auf. Ein paar Beamte bewachten die Botschaft, die abgesperrt war. Neben deren Eingang wurde von Teilnehmern eine Art Traueraltar errichtet, an dem ebenfalls kleine Kerzen brannten. Menschen hatten hier Blumen niedergelegt.