Kurt Beck bestätigt Rücktritt: Beck geht, weil er krank ist

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) will bis Anfang kommenden Jahres seine politischen Ämter niederlegen. Beck kündigte am Freitagabend in Mainz an, als Regierungschef und SPD-Landesvorsitzender aus gesundheitlichen Gründen zurückzutreten. Nachfolger als SPD-Landeschef soll demnach im November zunächst Innenminister Roger Lewentz werden, voraussichtlich im Januar soll Sozialministerin Malu Dreyer neue Ministerpräsidentin werden.

Beck gab gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug an. Er habe erhebliche Probleme mit der Bauchspeicheldrüse, sagte der gefasst wirkende Politiker am Freitagabend in Mainz vor der Presse. „Das hat damit zu tun, dass ich seit einem Krankenhausaufenthalt im letzten Winter weiß, dass ich ein erhebliches Problem mit der Funktion meiner Bauchspeicheldrüse habe. Das ist recht ernst zu nehmen.“ Er habe bis vor wenigen Tagen aufgrund der ärztlichen Behandlungen gehofft, nochmal die gesundheitliche Kraft zu haben, länger im Amt zu bleiben. Als er gespürt habe, dass die Gesundheit sehr angegriffen sei, habe er sich entschlossen, nicht wieder für den Landesvorsitz zu kandidieren. „Ich kann entweder voll oder gar nicht.“ Auch sein Amt als SPD-Landeschef will er abgeben.

Als Nachfolgerin im Amt des Ministerpräsidenten schlug Beck wie erwartet Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) vor. „Ich bin froh und dankbar, das die gesundheitliche Lage von Malu Dreyer es erlaubt, dass sie die Aufgabe als Ministerpräsidentin in diesem Land wahrnehmen kann und ich bin sicher hervorragend wahrnehmen wird.“ Dreyer leidet seit Jahren an Multipler Sklerose.

Beck war wegen der Nürburgring-Affäre zuletzt stark unter Druck geraten, hatte einen Rücktritt aber bisher abgelehnt und erst vor gut einem Monat ein Misstrauensvotum der CDU überstanden. Die größtenteils landeseigene Besitzgesellschaft der Eifel-Rennstrecke meldete im Juli Insolvenz an. Das Land musste Steuergeld in dreistelliger Millionenhöhe zuschießen, das möglicherweise für immer verloren ist. Beck hatte bisher immer gesagt, er wolle bis 2016 die beiden Ämter behalten, falls seine Gesundheit es zulasse. Um seinen gesundheitlichen Zustand gab es allerdings Spekulationen. (dpa)