Zeitgemäße Terminpläne (Symbolbild). 
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BerlinDie aktuellen Arbeitslosenzahlen zeigen: Deutschland steuert seinen Arbeitsmarkt souverän durch die Corona-Krise. Derzeit sind 2,95 Millionen Menschen ohne Job. Das sind zwar 45.000 mehr als noch im Juli, entspricht aber dem saisonüblichen Anstieg. Ein Grund dafür ist das Ende von Ausbildungsverhältnissen vor den Sommerferien.

Dass wir bisher so glimpflich durch die Krise gekommen sind, ist allein dem Instrument der Kurzarbeit zu verdanken. Den bisher höchsten Stand erreichte diese mit knapp sechs Millionen Beziehern im April. Nicht auszudenken, welcher wirtschaftliche Schaden entstanden wäre, hätten diese Menschen von heute auf morgen ihren Job verloren.

Kurzarbeit darf allerdings kein Dauerzustand sein. Denn Betroffene müssen teilweise erhebliche Gehaltseinbußen verkraften. Das setzt sie nicht nur finanziell unter Druck, sondern schwächt die Binnennachfrage und damit die Wirtschaft. Bisher beschlossene Maßnahmen, wie die Senkung der Mehrwertsteuer, verpuffen. Zu groß ist die Angst vor neuen Einschränkungen angesichts steigender Infektionszahlen. Das bestätigt auch die Gesellschaft für Konsumforschung, die feststellt: Die Kauflaune der Verbraucher sinkt.

Was Unternehmen und Angestellte jetzt dringend brauchen, ist eine Perspektive aus der Kurzarbeit, um nicht der Resignation zu verfallen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil versucht zwar, eine solche zu eröffnen, findet aber nicht die richtigen Worte. Aus Angst, falsche Hoffnungen zu wecken, verspielt er die Chance, den Menschen Mut zu machen, denn er strahlt keinen Optimismus aus. So zeigte er sich bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen zwar zuversichtlich, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr wieder an Fahrt aufnimmt, dämpfte jedoch im gleichen Atemzug die Erwartungen. Jede Branche entwickle sich anders, eine Gewissheit gebe es daher nicht.