Verreisen? Gerne! Nur wohin? Die Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Corona-Risikogebieten beschlossen. 
Foto:  imago images/IPON

Berlin - So viel Zustimmung hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) schon lange nicht mehr bekommen, wenn es um die Corona-Pandemie ging  - auch vom politischen Gegner. Sowohl die CDU als auch die FDP im Abgeordnetenhaus stimmten seiner Kritik am Beherbergungsverbot am Montag vorbehaltlos zu. „Beherbergungsverbote innerhalb Deutschlands sind vollkommen absurd“, sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker Christian Gräff der Berliner Zeitung. Allerdings verwies die CDU im gleichen Atemzug darauf, dass die Politik des Senats die hohen Fallzahlen erst möglich gemacht habe. Solange man dies nicht in den Griff bekomme, brauche sich Müller „nicht an anderen Bundesländern abarbeiten“, sagte Gräff.

Auch in der brandenburgischen Politik sorgt das Beherbergungsverbot für Kontroversen – und dies sogar in der Regierungspartei SPD. So hegt SPD-Landtagsfraktionschef Erik Stohn Zweifel am Übernachtungsverbot für Gäste aus deutschen Corona-Hotspots in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen. „Wenn die Infektionen vor allem bei privaten Feiern entstehen oder durch Ausbrüche in Krankenhäusern, dann sollten Besuchsregeln in den Einrichtungen wirksamer sein als ein Übernachtungsverbot für urlaubende Familien“, sagte Stohn am Montag. Ein abgesagter Urlaub senke auf dem Land nicht die Zahl der Infektionen im privaten Umfeld. „Wir sollten die Maßnahmen deswegen den aktuellen Entwicklungen anpassen und das Beherbergungsverbot überprüfen.“

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