Landessynode: Kampf gegen sexualisierte Gewalt geht alle an

Aus Sicht der evangelischen Landeskirche muss die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt innerhalb der Kirche weitergehen. „Der Kampf gegen jede Form von sexuali...

ARCHIV - Evangelische Gesangbücher in einer Kirche.
ARCHIV - Evangelische Gesangbücher in einer Kirche.Silas Stein/dpa/Illustration

Berlin-Aus Sicht der evangelischen Landeskirche muss die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt innerhalb der Kirche weitergehen. „Der Kampf gegen jede Form von sexualisierter Gewalt geht uns alle an“, sagte Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein bei der Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Freitag in Berlin. „Vergangenes ist nicht einfach vergangen für Menschen, die einmal oder wiederholt in einer Gemeinde, in einer Jugendgruppe oder an anderen Orten grenzüberschreitende, die seelische und körperliche Integrität verletzende Handlungen erlitten haben.“

Fortschritte sieht Trautwein nicht zuletzt im Bereich der Ansprechpersonen für die Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt in den Kirchenkreisen. Sie werden vom Kreiskirchenrat berufen. „In 18 von 24 Kirchenkreisen sind diese Berufungen erfolgt“, sagte Trautwein. Es sei allerdings eine echte Herausforderung, solche fachlich qualifizierten Menschen zu gewinnen.

„Erlittenes Leid zu hören und anzuerkennen, Hilfe und Unterstützung zu geben, das ist eine der zentralen Aufgaben in unserer kirchlichen Verantwortung“, erklärte Trautwein. „Wir sind besonders an diesem Punkt lernende Kirche. Und die Auseinandersetzung mit diesem schweren Thema verändert uns insgesamt“, betonte die Generalsuperintendentin.

„Wir lernen dabei immer weiter auch aus Fehlern und aus einer kaum zu stillenden Unzufriedenheit, mit der wir ständig konfrontiert sind.“ Das Ziel müsse sein, eine Kultur des Vertrauens zu stärken. „Gleichzeitig sind wir damit konfrontiert, dass in dieser Auseinandersetzung, die viele Bereiche umfasst, immer etwas offen bleiben könnte“, sagte Trautwein. „Und genau das muss unser Ansporn sein, vor allem um der betroffenen Menschen willen darauf hinzuwirken, dass eine immer bessere, nachhaltige und vor allem glaubwürdige Aufarbeitung stattfindet.“

Die Synode ist das Parlament innerhalb der Landeskirche. Zum EKBO-Gebiet gehören Berlin, weite Teile Brandenburgs sowie die Oberlausitz in Sachsen.