Wer sich jetzt über die Stimmergebnisse vom Sonntag beugt und dabei erschrocken ein ihm unbekanntes Wählerwesen im Osten erblickt, begeht erneut den Irrtum, einen politischen und gesellschaftlichen Ausnahmezustand ergründen zu wollen. Stattdessen sollte man schleunigst dazu übergehen, es als Bestandteil der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu betrachten, dass mehr als ein Viertel der Wählerinnen und Wähler rechts gewählt hat und es in naher Zukunft vermutlich wieder tun wird. Und obwohl es zu den demoskopischen Erkenntnissen auch dieser beiden Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg gehört, dass die Entscheidungen in der Wahlkabine nicht zuletzt durch eine gesteigerte Unzufriedenheit mit den einst etablierten Parteien motiviert waren, wäre es ein Fehler, die Ergebnisse vom 1. September unter dem Stichwort Protest zu verbuchen.

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