Mette Frederiksen, Premierministerin von Dänemark
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Berlin/Rom/KopenhagenMehrere Staaten in Europa versuchen langsam die Rückkehr zur Normalität. Deutschland dürfte, wie Frankreich, noch nicht so weit sein. 

DÄNEMARK

Als erstes europäisches Land hat Dänemark am Mittwoch damit begonnen, seine Kitas, Kindergärten und Schulen nach einmonatiger Schließung wieder zu öffnen. Doch nur etwa die Hälfte der Schulen nahm tatsächlich den Unterricht wieder auf; die übrigen hatten um mehr Zeit gebeten, um sich auf die neuen Hygiene- und Abstandsregeln einzustellen. Bis kommenden Montag sollen alle Grundschulen wieder öffnen. Die Schüler der Mittel- und Oberstufe müssen bis zum 11. Mai warten.

Bars, Restaurants, Friseur- und Massagesalons, Einkaufszentren sowie Diskotheken sollen in Dänemark nach wie vor geschlossen bleiben. Auch Versammlungen von mehr als zehn Personen sind weiterhin verboten.

ÖSTERREICH

Österreich ging am Dienstag erste Schritte hin zu einer Normalisierung. Zusätzlich zu den ohnehin geöffneten Supermärkten, Apotheken und Zeitungskiosken dürfen nun auch andere kleinere Läden sowie Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen. Überall müssen die Kunden allerdings Masken tragen und die Abstandsregeln einhalten. Die Ausgangsbeschränkungen bleiben jedoch bis Ende April in Kraft.

Anfang Mai sollen nach dem Fahrplan der Regierung in Wien größere Geschäfte und Sportstätten im Freien wieder öffnen. Hotels und die Gastronomie sollen voraussichtlich Mitte Mai folgen. Die Schulen in Österreich bleiben ebenfalls noch bis Mitte Mai geschlossen, Veranstaltungen bleiben bis Ende Juni verboten.

SPANIEN

Nachdem alle nicht lebenswichtigen Betriebe wegen des Coronavirus zwei Wochen lang komplett schließen mussten, durften erste Fabriken und Bauunternehmen am Montag wieder die Arbeit aufnehmen. Die am 14. März verhängte strikte, generelle Ausgangssperre bleibt jedoch mindestens bis zum 25. April bestehen. In Spanien durften Bau- und Fabrikarbeiter am Montag erstmals wieder zu ihren Arbeitsplätzen. Polizisten händigten Pendlern an Bahnhöfen Atemschutzmasken aus. Spanien ist nach Italien das am schwersten betroffene Land in Europa. Am Dienstag registrierte es allerdings den niedrigsten Anstieg der Neuinfektionen seit Verhängung der Ausgangssperre vor einem Monat.

ITALIEN

In Italien durften erste Buchhandlungen und Wäschereien am Dienstag wieder öffnen - zunächst versuchsweise um zu sehen, ob die Abstandsregeln dort eingehalten werden können. Viele Besitzer halten die Maßnahme jedoch für verfrüht und ließen ihre Läden geschlossen. Die am 9. März verhängte generelle Ausgangssperre gilt weiter, zunächst bis zum 3. Mai.

TSCHECHIEN

Tschechiens Gesundheitsminister Adam Vojtech kündigte vergangene Woche an, mit einer "kontrollierten und schrittweisen Wiederaufnahme des normalen Lebens" zu beginnen. Einige Auflagen lockerte die Regierung in Prag bereits: Einige Fachgeschäfte durften wieder öffnen, und beim Sport entfällt die Pflicht zum Tragen einer Maske.

FINNLAND

Die finnische Regierung hebt die in der Corona-Krise erlassenen Reisebeschränkungen für die Region um die Hauptstadt Helsinki auf. Nach Rücksprache mit den Behörden sehe man keine rechtliche Grundlage mehr dafür, die Bewegungsfreiheit zwischen der südlichen Landschaft Uusimaa rund um Helsinki und dem Rest Finnlands weiterhin einzuschränken, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Die Maßnahme für die bevölkerungsreichste Region des Landes werde noch am Mittwoch aufgehoben.

Die Regierung rate aber weiter vor Reisen zu den Sommerhäusern und physischem Kontakt ab, sagte Marin. Die Lage sei weiter ernst, Finnland habe auch noch nicht die Spitze der Epidemie erreicht.

FRANKREICH

In Frankreich verlängerte Präsident Emmanuel Macron die Ausgangssperre um vier Wochen bis zum 11. Mai. Anschließend sollen zunächst Kitas und Schulen nach und nach wieder öffnen. Restaurants, Bars, Kinos und Theater bleiben jedoch auch nach dem 11. Mai weiter geschlossen. Auch die Einreisesperren für Nicht-EU-Länder bleiben bis auf Weiteres bestehen.

Frankreich hat neben Spanien und Italien die striktesten Ausgangssperren in Europa: In Paris sind tagsüber sogar Joggen und andere sportliche Aktivitäten im Freien verboten.

Für die Menschen in Frankreich gilt bereits seit Mitte März eine strikte Ausgangssperre. Sie dürfen das Haus nur verlassen, wenn sie Lebensmittel einkaufen, zum Arzt gehen, ihren Hund spazieren führen oder allein joggen wollen. Für die Arbeit das Haus verlassen dürfen nur Menschen, denen keine Heimarbeit möglich ist.

Die 107. Tour de France der Radprofis ist wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben worden. Dies bestätigte der Veranstalter ASO am Mittwoch. Die ursprünglich vom 27. Juni bis 19. Juli geplante Rundfahrt soll nun vom 29. August bis 20. September stattfinden.