Rio de Janeiro - Usain Bolt hat erneut den Laureus-Preis als Weltsportler des Jahres erhalten und stach damit Formel-1- Weltmeister Sebastian Vettel aus. Der 26-Jährige hatte diese Auszeichnung bereits 2009 und 2010 gewonnen. Zu der Gala im brasilianischen Rio de Janeiro war Bolt allerdings gar nicht persönlich anwesend, er bedankte sich in einer Videobotschaft.

Unter den Geehrten war auch ein deutscher Sportler - der ebenfalls nicht nach Rio kam: Golfer Martin Kaymer gewann mit Europas Ryder-Cup-Team die Mannschaftstrophäe. „Dass ich nun bereits zum zweiten Mal nach 2011 den Laureus Sports Award erhalte, ist der Wahnsinn. Es wurde schon sehr viel über diesen unglaublichen Tag, unsere Aufholjagd von Medinah geschrieben und geredet. Ich kann mich nur wiederholen: Das war einer der größten und emotionalsten Momente meiner Karriere“, erklärte Kaymer.

Er hatte den entscheidenden Putt zum Sieg der Europäer über Gastgeber USA verwandelt.


Die US-Schwimmlegende Michael Phelps wurde im Theatro Municipal von Rio für seine insgesamt 22 Olympia-Medaillen mit dem Sonderpreis für außergewöhnliche sportlichen Leistungen geehrt.
Für das beste Comeback 2012 erhielt Félix Sánchez, der in seiner Heimat als „Superfelix“ geradezu ikonisch verehrt wird, den Laureus-Preis. Der 34-Jährige hatte bei den Olympischen Spielen 2012 in London über 400 Meter Hürden Gold geholt und damit seinen Erfolg von 2004 in Athen wiederholt.

Baumgartner: Action-Sportler des Jahres

Die Auszeichnung des Action-Sportlers ging an den Österreicher Felix Baumgartner. Der Extremsportler hatte im Oktober beim Sprung aus 39 Kilometern Höhe als erster Mensch im freien Fall Schallgeschwindigkeit erreicht. „Es ist für mich eine der größten Trophäen der Welt, nachdem ich als Sportler in meinem ganzen Leben noch nie nominiert worden bin für einen Sport-Award. Meistens weil die Fachpresse mich niemals als Sportler gesehen hat oder eingestuft hat. Umso schöner ist es für mich, ihn in den Händen zu halten, den Laureus“, sagte der Österreicher.

Baumgartner verwies den Hamburger Surfer Philip Köster auf die hinteren Plätze, der in derselben Kategorie nominiert war, und das schon zum zweiten Mal. „Schade, aber dabei zu sein, ist alles“, sagt er.

Bei der Preisverleihung waren aus Deutschland auch die Mitglieder der „Laureus World Sports Academy“, Franz Beckenbauer und Boris Becker, angereist.
Die Laureus-Stiftung vergibt seit dem Jahr 2000 die Preise für sportliche Spitzenleistungen in sieben Kategorien: Sportler und Sportlerin des Jahres, Mannschaft, Durchbruch und Comeback des Jahres sowie Sportler mit Behinderung und Action-Sportler des Jahres. In diesem Jahr wurden zudem zwei Sonderpreise vergeben. Laureus bemüht sich seit mehr als einem Jahrzehnt, mit dem Preis im Sport eine Bedeutung zu erlangen, wie sie der Oscar in der Filmbranche hat. (dpa)