Einmal hat Peter Steudtner seinen Mitgefangenen Deniz Yücel gesprochen. Steudtner war gerade auf dem Weg von seiner Zelle zum Besucherraum, um seine Anwälte zu treffen. Yücel saß in einer Glaskabine, auch er wartete auf Besucher. Es war nur ein kurzer Moment, Deniz Yücel nutzte ihn, um Steudtner zuzurufen: „Du hast es bald geschafft, Peter!“ Ein Satz, sechs Wörter, eine Aufmunterung. Dann zerrte ein Wärter Steudtner weiter.

Drei Monate lang saßen die beiden Männer in Silivri bei Istanbul im selben Gefängnis in Haft. Ein Menschenrechtsaktivist aus Berlin-Steglitz und ein deutsch-türkischer Journalist aus Flörsheim am Main. Zwei Männer, die sich nie zuvor getroffen und nun auf einmal etwas gemeinsam haben, das ihr ganzes weiteres Leben prägen wird. Die Erfahrung, der Willkür eines Despoten ausgesetzt zu sein und zum Symbol für den Kampf um Menschenrechte zu werden.

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