Wie schön, dass es in Südeuropa so eine hohe Jugendarbeitslosigkeit gibt. Sie treibt bestens ausgebildete junge Griechen, Portugiesen und Spanier nach Deutschland, wo Ingenieure, Mediziner oder qualifizierte Pflegekräfte dringend gesucht werden. So hat die Euro-Schuldenkrise trotz allem etwas Gutes, nicht wahr? Die jungen Leute bekommen eine Chance, und die Engpässe in Deutschland schwinden wie von selbst. So einfach ist das.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist dreist genug, dieses Szenario als Teil der Demografiestrategie der Regierung zu präsentieren. Dabei zeigt es in Wirklichkeit, wie hilflos und widersprüchlich sie in der so wichtigen Zukunftsfrage agiert, der ungünstigen Bevölkerungsentwicklung Herr zu werden. Denn wenn eine andere große Strategie dieser Regierung, die Stabilisierung der europäischen Krisenstaaten, tatsächlich greifen sollte, würde in diesen Ländern die Wirtschaft wieder anziehen, den jungen Leuten Arbeitsplätze Zuhause bieten und so einen flotten Strich durch die Rechnung des Herrn Friedrich ziehen.

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