Seit Wochen, seit Monaten wird im Oberlandesgericht München so laut gehämmert, gebohrt und gemeißelt, dass der Lärm nicht nur in der gesamten Republik, sondern selbst noch im Ausland unüberhörbar ist. Die Umbauarbeiten kommen dem Vernehmen nach beunruhigend zügig voran, selbst die fast einhellige und täglich zunehmende Kritik an der Architektur des umgebauten Justizzentrums hat die Baufortschritte bisher nicht verzögert; und auch die Proteste gegen die verwendeten Materialien – Starrsinn, Verbissenheit Unbelehrbarkeit, Verbohrtheit, Obstination und Borniertheit – verklingen ungehört. Darum ist zu erwarten, dass am 17. April, wenn der NSU-Mordprozess beginnt, die Umbauarbeiten fristgerecht beendet seien werden und der Bauherr, der Präsident des Oberlandesgerichts (OLG), das Publikum – soweit es zugelassen ist – im frisch renovierten Gebäude mit den freundlichen Worten empfängt: „Willkommen in der Wagenburg!“.

Eine Wagenburg kann zur Falle werden

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.