Dresden - Die sächsische Linke-Politikerin Antonia Mertsching hat mit Blick auf die Lage in der Lausitz an den gestorbenen Sänger Gerhard Gundermann erinnert. Sie nahm die gemeinsame Sitzung der Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen am Dienstag zum Anlass, um mit Songtexten von „Gundi“ seine Beschreibung des Lebens im Braunkohlerevier der Lausitz wieder ins Gedächtnis zu rufen. „Viele seiner Zeilen passen auch heute perfekt zu unserer Region im permanenten Umbruch“, erklärte sie. Der „singende Baggerfahrer“ war am 21. Juni 1998 im Alter von 43 Jahren gestorben.

Den Gundermann-Titel „Keine Märchen mehr“ wandelte sie in eine Forderung an die sächsische Regierung mit Blick auf den Strukturwandel um. „Gerechtigkeit gibt es nur mit guten Jobs, aber an diesem Anspruch scheitern die Verantwortlichen in der Regierung bisher. Lieber stecken sie Fördermittel in prestigeträchtige, aber eigentlich sachfremde Landesprojekte, statt Chancen zu nutzen für vorhandene Industriecluster wie den Schienenfahrzeugbau.“ In absehbarer Zeit würden die Kohlebagger stillstehen: „Wir brauchen schnellstens eine konkrete Strategie für den Strukturwandel und die Region, gemeinsam entwickelt mit den Menschen vor Ort.“