Köln - Der Fall um die mit dem Listeriose-Keim belasteten Wurstwaren hat offenbar mehr Opfer gefordert als bisher angenommen. Das Robert-Koch-Institut berichtet in seinem jüngsten Epidemiologischen Bulletin von einem dritten Todesfall – bislang war von zwei Opfern ausgegangen worden. Die Keime stammen mutmaßlich aus Produkten des hessischen Herstellers Wilke. Das hessische Verbraucherschutzministerium bestätigte nach Angaben des „Spiegel“ den dritten Todesfall.

Meldungen verteilen sich auf 12 Bundesländer

Das Institut hat eine Aufstellung der seit 2014 bekannten 37 Fälle veröffentlicht. Die Meldungen verteilen sich auf 12 Bundesländer: Nordrhein-Westfalen (11 Fälle), Hessen (5 Fälle), Baden-Württemberg (4 Fälle), Bayern (3 Fälle), Niedersachsen (3 Fälle), Brandenburg (3 Fälle), Sachsen-Anhalt (2 Fälle), das Saarland (2 Fälle) und jeweils 1 Fall in Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Im europäischen Ausland seien bisher keine Erkrankungsfälle in Zusammenhang mit diesem Ausbruch bekannt. Die Fälle wurden in den Jahren 2014 (1 Fall), 2016 (3 Fälle), 2017 (4 Fälle), 2018 (21 Fälle) und 2019 (8 Fälle) gemeldet.

Drei Patienten (in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt) seien als direkt oder indirekt an der Listeriose verstorben gemeldet worden, heißt es in dem Bulletin. Die Zahlen könnten noch höher liegen – es sei im Zusammenhang mit den Listeriose-Keimen von einer Untererfassung auszugehen, hieß es. (khw)