Britische Polizisten sperren die Innenstadt ab. 
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LondonBei der Messerattacke in London am Freitag sind Medienberichten zufolge neben dem Angreifer zwei weitere Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete unter anderem die BBC unter Berufung auf Regierungsquellen. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Die Polizei stufte den Vorfall als terroristisch ein. Der mutmaßliche Angreifer wurde nach einer Rangelei mit Passanten von der Polizei erschossen. Er habe eine Bombenattrappe am Körper getragen, sagte der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, bei einer Pressekonferenz am Abend.

Wie viele weitere Menschen bei dem Angriff verletzt wurden, und wie schwer, war zunächst unklar. Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von mehreren Schwerverletzten.

Die Polizei rief Zeugen dazu auf, Hinweise und Videos vom Tathergang einzureichen. Offenbar hatten Passanten versucht, den Angreifer zu überwältigen. Einem BBC-Reporter zufolge, der am Tatort war, hatten mehrere Menschen versucht, einen Mann zu Boden zu drücken. Dann seien Schüsse gefallen.

Mehrere Videos, die in sozialen Medien kursierten, schienen diesen Hergang zu bestätigen. Zu sehen ist beispielsweise, wie Menschen auf der Brücke miteinander ringen. Ein Mann, der dem Angreifer offenbar ein Messer entwenden konnte, bringt es außer Reichweite. Ein drastisches Video zeigt, wie Polizisten auf einen Mann schießen, nachdem sie einen anderen zuvor in Sicherheit gebracht haben.

Wieder trifft es Großbritannien - Mehrere schwere Anschläge erschütterten die Briten in den vergangenen Jahren

  • 15. September 2017, London Bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn-Station Parsons Green während der Hauptverkehrszeit werden 30 Menschen verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beansprucht den Anschlag für sich.

  • 19. Juni 2017, London Ein Mann fährt mit einem Lieferwagen in eine Gruppe von Muslimen, die aus einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park kommen. Ein Mann wird getötet, elf weitere Menschen werden verletzt. Der Fahrer, der 48-jährige Darren Osborne, wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

  • 3. Juni 2017, London Drei Attentäter fahren mit einem Lieferwagen auf der London Bridge in eine Menschenmenge. Anschließend stechen sie mit Messern auf Menschen im nahegelegenen Ausgehviertel rund um den Borough Market ein. Sie töten sieben Menschen und verletzen dutzende weitere, bevor die Polizei die drei Männer erschießt. Der IS beansprucht den Anschlag für sich.

  • 22. Mai 2017, Manchester Ein Selbstmordattentäter tötet bei einem Konzert von US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen, darunter viele Kinder. Mehr als hundert Menschen werden verletzt. Es ist der schwerste Anschlag in Großbritannien seit der Attentatsserie in Londoner U-Bahnen und Bussen im Juli 2005. Die IS-Miliz reklamiert die Tat für sich.

  • 22. März 2017, London Ein Attentäter rast mit seinem Auto auf der Westminster Bridge in Fußgänger, bevor er auf das Gelände des britischen Parlaments stürmt und einen Polizisten mit einem Messer ersticht. Insgesamt tötet der 52-Jährige, der zum Islam konvertiert war, fünf Menschen und verletzt mehr als 50 weitere, bevor die Polizei ihn erschießt. Der IS beansprucht die Tat für sich.

  • 5. Dezember 2015, London Ein geisteskranker Messerangreifer sticht im U-Bahnhof Leytonstone auf zwei Menschen ein. Die Polizei stuft den Vorfall als Terrorakt ein. Der in Somalia geborene Mann wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

  • 22. Mai 2013, London Zwei zum Islam konvertierte Briten nigerianischer Abstammung fahren vor einer Kaserne den Soldaten Lee Rigby mit einem Auto an, bevor sie ihn erstechen. Der 29-jährige Haupttäter wird zu lebenslanger Haft, sein 22-jähriger Komplize zu mindestens 45 Jahren Haft verurteilt.

  • 30. Juni 2007, Glasgow Zwei Männer rasen mit einem brennenden Wagen in den Haupteingang des Glasgower Flughafens. Der aus Indien stammende Fahrer zieht sich schwere Verbrennungen zu und stirbt später im Krankenhaus. Der Beifahrer, ein irakischer Arzt, wird wegen der Anschlagspläne zu mindestens 32 Jahren Haft verurteilt.

  • 7. Juli 2005, London Bei einer Anschlagsserie in U-Bahnen und Bussen in London reißen vier Selbstmordattentäter 52 Menschen mit in den Tod. 700 weitere Menschen werden verletzt. Zum schwersten Anschlag in der Geschichte Großbritanniens bekennt sich das Terrornetzwerk Al-Kaida.