Es war eine unglaubliche Szene, die sich am vergangenen Samstag auf der London Pride Parade abgespielt hat. Der US-amerikanische Fernsehsender CNN will unter Schwulen und Lesben, unter Befürwortern der rechtlichen Gleichstellung homosexueller Paare, eine Fahne des Islamischen Staates (IS) gesehen zu haben: Schwarz mit weißem Kreis und arabischer Schrift.

Sie zeigt in der oberen Hälfte die erste Hälfte des islamischen Glaubensbekenntnisses: "Es gibt keinen Gott außer Gott." In der unteren Hälfte findet sich der Schriftzug "Mohammed ist der Prophet Gottes", der auf einem historischen Siegel Mohammeds zu finden war und die zweite Hälfte des Glaubensbekenntnisses darstellt.

Nun tauchte also eine täuschend ähnliche Flagge beim Londoner Gay Pride auf. Was lässt das für Schlüsse zu? Hat sich Londons schwule Szene dem islamistischen Terror zugewandt? Oder hat der IS eben diese Szene infiltriert, um sich der einflussreichen britischen Lobby zu ermächtigen und in London ein Kalifat auszurufen? Bildet sich da etwa eine Allianz, die merkwürdiger kaum sein könnte?

In jedem Fall hat CNN eine Story gewittert, gar eine Bedrohung für die allgemeine Sicherheitslage. Erstaunlich: Die Reporterin, Lucy Pawle, deren Bericht auf Youtube zu sehen ist, wundert sich darüber, dass sie scheinbar die einzige sei, die den Skandal bemerkt habe.

Der Fernsehsender aus Atlanta lässt sich nicht lumpen. In der Leitung ist sogleich ein Sicherheitsexperte, Peter Bergen. "From a national security point of view, does this bother you?" Ob die Entwicklung in London dem Mann Sorgen bereite?

Der Reporterin selbst war inzwischen bereits aufgefallen, dass kein arabischer Schriftzug auf der Fahne war, aber was war es dann? Tatsächlich handelte es sich bei dem Motiv auf der Fahne um Penissymbole, Dildos und weitre Sex-Toys wie sogenannte Buttplugs.

Eine solche Verwechslung ist entschuldbar. Der Terror und die Barbarei des IS beherrschen die Berichterstattung. Dass Reporter auch daran denken, wenn sie Penissymbole auf einer Fahne während einer Gay Pride sehen, zeugt von erhöhter Aufmerksamkeit.

Im Netz hat sich trotzdem Häme breit gemacht über die dilettantische Darbietung des reingefallenen Nachrichtensenders. Und ein Gutes hat diese immerhin: Der IS wurde in ein neues Gewand gesteckt. Passend zu den Regenbogenfarben, die am vergangenen Wochenende soziale Netzwerke, allen voran Facebook, geflutet haben, gibt es nun auch Regenbogen-Facebook-Bilder von islamistischen Terroristen wie Abu Bakr al-Bagdahdi, dem Chef der Schlächter. Und damit dürften die Macher der Flagge ihr Ziel erreicht haben.