Wie verteidigt man einen geständigen Mörder? Rechtsanwalt Mustafa Kaplan, der im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke den Todesschützen Stephan E. vertritt, hat sich in seinem Plädoyer am Donnerstag für eine überraschende Strategie entschlossen: Er leugnete den Mordvorwurf. Sein Mandant könne nur wegen Totschlags verurteilt werden, denn die Erschießung Lübckes durch E. sei kein Mord gewesen, sagte Kaplan vor dem Frankfurter Oberlandesgericht.

Der heute 47-jährige E. hatte vor Gericht zugegeben, den CDU-Politiker Lübcke Anfang Juni auf dessen Terrasse mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft hat E. dabei aus einem rechtsextremistischen Motiv heraus gehandelt, weil sich der Politiker für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen eingesetzt hatte. Die Ankläger hatten daher in ihrem Plädoyer im Dezember eine lebenslange Haft wegen Mordes unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Auch beantragten sie eine anschließende Sicherungsverwahrung von E.

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