Istanbul - Bei Luftangriffen der türkischen Armee in der kurdisch kontrollierten Region Afrin in Nordwestsyrien sind nach Angaben eines behandelnden Arztes 25 Zivilisten getötet worden. Alle Toten, unter ihnen auch Kinder, gehörten zur selben Familie, sagte Dschoan Schitika, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die Leichen seien in sein Krankenhaus gebracht worden. Die Türkei bestreitet, dass bei der Militäroperation in Syrien Zivilisten getötet worden seien.

Die türkischen Streitkräfte bestätigten Luftangriffe in der Nacht zu Montag. Sie sprachen jedoch von 40 „Mitgliedern von Terrororganisationen“, die laut Informationen aus der Region „neutralisiert“ worden seien. Mit „neutralisiert“ ist in der Regel getötet gemeint, der Begriff kann aber auch verletzt oder gefangen genommen bedeuten. Nach Darstellung der TSK bombardierte die Luftwaffe unter anderem Verstecke und Waffenlager der Kurdenmiliz YPG. Insgesamt seien 44 Ziele beschossen worden. 

Dutzende zivile Todesopfer

Seit Beginn der Offensive am 20. Januar seien 597 gegnerische Kämpfer „neutralisiert“ worden, erklärte die TSK. Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom Wochenende soll es bislang Dutzende zivile Todesopfer geben.

Der türkische Einsatz richtet sich gegen die mit den USA verbündeten kurdischen Volksschutzeinheiten YPG. Die Türkei sieht diese als verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. (dpa)