Dresden - Pegida-Chef Lutz Bachmann darf seinen Angaben zufolge in Dresden in den kommenden Jahren keine Demos mehr anmelden und leiten. Einen entsprechenden Bescheid der Stadt verlas Bachmann am Montagabend auf einer Kundgebung der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung vor der Frauenkirche. Der Bescheid gelte auch für seinen Vize Siegfried Däbritz. Die Stadt Dresden war für Nachfragen am Abend nicht mehr zu erreichen.

Die Verfügung soll Bachmann zufolge bis zum 31. Oktober 2021 gelten. Bei Zuwiderhandlungen soll ein Zwangsgeld von 1000 Euro erhoben werden. Er habe eine einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht Dresden beantragt, sagte der Pegida-Chef. Die Versammlung wurde am Montag von einer Frau geleitet.

Hintergrund der Entscheidung könnten die Störaktionen von Pegida- Anhängern bei der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in Dresden sein. Bachmann lebt unterdessen auf der Ferieninsel Teneriffa und fliegt regelmäßig am Montag zu den Kundgebungen der selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ein. Unlängst war bekannt geworden, dass ihn das Inselparlament von Teneriffa zur „unerwünschten Person“ erklärt hatte. Eine praktische Konsequenz folgt daraus zunächst aber nicht. (dpa)