Antananarivo/Paris - Zwei Ausländer sind in Madagaskar wegen des Verdachts, illegale Organhändler zu sein, von aufgebrachten Dorfbewohnern gelyncht worden. Der Mob habe am Donnerstag am Strand des Dorfes Ambatoloaka auf der Insel Nosy Be die beiden Männer zunächst schwer misshandelt und dann angezündet, berichtete Polizeisprecher Richard Ravalomanana der Nachrichtenagentur dpa.

Zuvor hatten die Bewohner nach Angaben des Behörden die Leiche eines achtjährigen Jungen entdeckt, dem die Zunge und sein Geschlechtsteil gefehlt hätten. Die lokale Bevölkerung machte die beiden Ausländer dafür verantwortlich. Eines der Lynchopfer wurde vom französischen Außenministerium als Franzose identifiziert. Das Ministerium warnte Franzosen vor einem Besuch der Ferieninsel.

Distriktdirektor Malaza Ramanamahafahy berichtete von einer angespannten Situation auf der kleinen Insel. Die aufgebrachten Bewohner hatten am Donnerstag auch die Polizeistation in Hell-Ville angegriffen. Dort wurde noch unbestätigten Berichten zumindest zeitweise ein 30-jähriger Mann festgehalten. Er soll als Onkel des getöteten Kindes an der Tat beteiligt gewesen sein soll.

Die Polizei setzte Schusswaffen gegen die wütende Menge ein. Dabei sei ein Mensch getötet worden, berichteten Medien in der Hauptstadt Antananarivo. Sechs weitere seien festgenommen worden. (dpa)