Außenminister Heiko Maas (SPD)
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will gestrandete Bundesbürger nach Hause fliegen lassen. „Wir werden alles dafür tun, die Tausenden deutschen Reisenden, die gestrandet sind, in den nächsten Tagen zurückholen“, sagte er am Dienstag. Die Bundesregierung hat dafür bis zu 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Mit den Rückflügen soll die Lufthansa beauftragt werden.

Besonders betroffene Länder sind nach Auskunft des Auswärtigen Amtes Marokko, die Dominikanische Republik, Ägypten, die Malediven und die Philippinen. Allein in Marokko und in der Türkei sollen 4000 bis 5000 deutsche Urlauber festsitzen. Der Fernsehsender phoenix sprach am Nachmittag per Skype mit einer jungen Urlauberin, deren Flug gestrichen wurde. Sie erklärte, man habe keinerlei Information darüber, wie es weitergehe, obwohl man sich an die deutsche Botschaft gewandt habe. Die Unterkunft könnten sie mittlerweile nicht mehr verlassen, weil sie auf der Straße mit „“Corona, Corona“-Rufen beschimpft würden.

Die verschärften Ein- und Ausreisebestimmungen vieler Länder haben den Flugverkehr zum Erlahmen gebracht. Das Außenministerium hat daher am Dienstag eine weltweite Reisewarnung „für nicht notwendige, touristische Reisen“ ausgesprochen. „Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise nicht antreten können, ist sehr hoch“, sagte Maas. Die Rückholaktion soll so schnell wie möglich anlaufen, kann insgesamt aber einige Tage dauern, hieß es weiter.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), hat sich unterdessen für einen Notfallfonds ausgesprochen, der der Reise- und Tourismusbranche zugute kommen soll. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die vielen Restaurants, Hotels und Unternehmen der Tourismusbranche mit über  drei Millionen Beschäftigten verschwinden“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Reiseverband DRV forderte staatliche Hilfen. Am Montag hat der Reisekonzern Tui seine Aktivitäten bereits weitgehend eingestellt. 

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