London - Boris Johnson wird am Mittwoch als Premierminister wohl alleine durch die berühmte schwarze Tür in der Downing Street 10 schreiten. Von Insidern ist zu hören, dass seine Freundin Carrie Symonds fehlen wird. Sie soll etwas später und durch die Hintertür nachkommen. Zwar lebt Johnson (55) seit dem vergangenen Jahr getrennt von seiner zweiten Frau Marina Wheeler, geschieden sind die beiden noch nicht.

Die 31 Jahre alte Symonds trug Beobachtern zufolge maßgeblich zu Johnsons Erfolg bei. Sie ist Kommunikations-Profi und wird als PR-Guru der Tories bezeichnet. Es gilt als ihr Verdienst, dass der wortgewaltige Konservative, der seine blonde Mähne zum Markenzeichen gemacht hat, sich seit Monaten kaum noch Ausfälle geleistet hat. 

Der europaskeptische Wortführer hielt sich wohl auf Rat von Symonds im Wahlkampf zurück, wollte mit Seriosität und staatsmännischem Auftreten punkten. Einzige Ausnahme: Ein nächtlicher Streit zwischen den beiden rief die Polizei auf den Plan. Folgen hatte die Episode keine.

Aufgewachsen im Südwesten Londons besuchte die Tochter des Mitbegründers der Tageszeitung Independent, Matthew Symonds, und einer Medienanwältin Privatschulen und studierte im Anschluss Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. „Gesellig, intelligent, ehrgeizig, willensstark und attraktiv“, so beschreiben Kollegen Symonds, die sich mit Talent und Fleiß in der Politszene einen Namen gemacht hat.

Sie hat sich auch Respekt verdient, als sie 2018 eine erfolgreiche Kampagne gegen die vorzeitige Haftentlassung des Serienvergewaltigers John Worboys anstieß. Sie selbst war Opfer von Worboys geworden, als er sie in seinem Taxi mit gepanschten Drinks zuerst ohnmächtig gemacht und dann missbraucht hatte.