Schluss, das Behelfskrankenhaus in Madrid wird wieder abgebaut. 
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Madrid Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat das von der Krise schwer betroffene Spanien einen wichtigen symbolischen Erfolg errungen: Das im Madrider Messezentrum Ifema errichtete riesige Feldkrankenhaus wurde am Freitag wegen der schnell sinkenden Zahl der Covid-19-Kranken eineinhalb Monate nach der Öffnung wieder geschlossen. Nach Angaben der Behörden wurden im Ifema, wo im vergangenen Dezember noch der UN-Klimagipfel getagt hatte, mehr als 4000 Patienten behandelt. Lediglich 17 Kranke konnten im Ifema nicht gerettet werden.

Die meisten Kranken hätten das «Wunder-Krankenhaus gesund verlassen», darunter eine 103 Jahre alte Frau, sagte die Regierungschefin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, bei der Schließungszeremonie. Man sei zuversichtlich, dass man selbst bei einem Wiederaufflammen der Pandemie im Herbst nie wieder ein Krankenhaus im Ifema werde errichten müssen. Das Gesundheitssystem Madrids werde bereits «reformiert und modernisiert», betonte sie.

Die Klinik mit 1350 Betten, darunter 16 für Intensiv-Patienten, war in Rekordzeit von nur 48 Stunden errichtet und am 21. März eröffnet worden. Bei einem Besuch hatte König Felipe VI. die Einrichtung als «Ort der Hoffnung für die Moral ganz Spaniens» bezeichnet.

In Spanien haben sich nach Angaben der Behörden bis Freitag mehr als 215.000 Menschen erwiesenermaßen mit Sars-CoV-2 infiziert, 24.800 starben an oder mit dem Virus. Madrid gilt mit über 60.000 Infektionen vor Katalonien (knapp 50.000) als das Epizentrum der Krise in Spanien. Die Zahlen gehen aber im ganzen Land seit Wochen stetig zurück. Die strikte Ausgangssperre wird deshalb gelockert. Ab Samstag darf man erstmals nach sieben Wochen wieder spazieren gehen oder im Freien Sport treiben. Mit einem Vier-Phasen-Plan will man Ende Juni eine «neue Normalität» erreichen.