Der Illetes-Strand in Calvia auf Mallorca Ende Mai
Foto: Jaime Reina/AFP

Madrid„Spanien ist bereit dafür, internationale Touristen zu empfangen“, sagt Reyes Maroto, „ab dem 1. Juli, dem Datum, zu dem die Quarantäne aufgehoben wird.“ Aber im Gespräch mit Auslandskorrespondenten  versprach die spanische Tourismusministerin noch mehr: „Ab der zweiten Junihälfte“ werde es zwei Pilotprojekte geben, eines auf den Balearen, das andere auf den Kanaren, die als Probeläufe für den Tourismusbetrieb ab Juli dienen sollen. 

Das balearische Projekt sei besonders weit gediehen: 6000 Deutsche sollen von Reiseveranstaltern schon bald auf die Mittelmeerinseln gebracht werden, 4000 nach Mallorca, 1000 nach Menorca und 1000 nach Ibiza und Formentera. Das „sicherste Datum“ für den Beginn dieses Projekts sei der 22. Juni – nach Auslaufen des spanischen Alarmzustandes einen Tag zuvor. Aber „unser Wille“ sei es, betonte die Ministerin, schon am 15. Juni loszulegen, „falls das Projekt reif dafür ist“.

Beim deutschen Reiseveranstalter TUI wartet man schon „sehnsüchtig“ auf die Details für dieses Projekt, sagt der Unternehmenssprecher Aage Dünhaupt. TUI bekomme dieser Tage Anrufe von Mallorca-süchtigen Deutschen, die sich sofort auf den Weg machen würden, sobald es grünes Licht aus Spanien gebe. Zunächst aber werden die Frühbucher reisen können, die schon Ende vergangenen oder Anfang dieses Jahres ihre Mallorca-Reise für die zweite Junihälfte geplant haben – wenn sie denn noch reisen wollen.

Zu den offenen Details gehört nicht nur das Datum des Projektbeginns, sondern auch die genauen Reisebedingungen. Tourismusministerin Maroto benannte am Donnerstag einige Elemente: Am Flughafen werde bei den Ankommenden die Temperatur gemessen und ihnen werde ein Fragebogen ausgehändigt, um zu wissen, ob sie  Covid-19 schon hinter sich haben oder nicht, und für die Angabe einer Kontaktadresse. Die spanischen Behörden wollen mit einigen der Urlauber über ihre Eindrücke sprechen, denn darum geht es bei diesen Pilotprojekten: Das Land will Erfahrungen sammeln, um möglicherweise noch die eine oder andere Regel für Gäste und Gastgeber zu verändern

Spanien habe in den vergangenen Wochen 21 Sicherheitsprotokolle ausgearbeitet, um die „höchstmöglichen“ sanitären Standards für die Urlauber zu gewährleisten, sagte Maroto, sei es für die Hotels, die Transportmittel, Restaurants oder Strände. Spanien ist von der Covid-19-Epidemie so hart getroffen wie kaum ein zweites Land, doch sowohl die Balearen als auch die Kanaren gehören zu den Regionen mit vergleichsweise niedrigen Fallzahlen. Wenn andere spanische Regionen wollten, könnten sie dem Beispiel der Inseln folgen und eigene Pilotprojekte vorschlagen, erklärte die Ministerin. „Wir werden garantieren, dass die Touristen keinem Risiko ausgesetzt sind – und dass sie unser Land keinem Risiko aussetzen.“