Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinMarianne Birthler, die frühere Leiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde, und der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk werden die Redaktionen der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers bei der Sichtung der Stasi-Akten des Verlegers Holger Friedrich unterstützen. Das teilten Birthler und Kowalczuk den Redaktionen am Montag mit.

Am Freitag vergangener Woche war bekannt geworden, dass Holger Friedrich, der den Berliner Verlag im September gekauft hatte, Ende der Achtzigerjahre an das Ministerium für Staatssicherheit der DDR berichtet hatte. Die Chefredakteure der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers, Jochen Arntz und Elmar Jehn, hatten daraufhin erklärt, dass sie den Fall wie jeden anderen objektiv untersuchen wollen: „Wir werden Fakten sammeln, wir wollen die Akten – die Opfer- und die Täterakte – einsehen.“ Holger Friedrich hatte der Redaktion zugesichert, sie dabei zu unterstützen.

Michael Maier, der Herausgeber der Berliner Zeitung, hatte zu der Aufarbeitung in der Süddeutschen Zeitung erklärt: „Es bedarf der Expertise, um den Fakten auf den Grund zu gehen. Akten haben ihre eigene Wahrheit.“

Die Stasi-Unterlagen-Behörde hat den zugänglichen Teil der Täter-Akte mittlerweile der Berliner Zeitung zur Verfügung gestellt. Die Redaktion hat nun auch die Opfer-Akte angefordert, mit dem Einverständnis von Holger Friedrich, was eine rechtliche Voraussetzung dafür war. Die Redaktion hat ein fünfköpfiges Reporter-Team für die Aufarbeitung   benannt und wird vor einer Veröffentlichung beide Akten gemeinsam prüfen. Dabei werden Birthler und Kowalczuk sie fachlich unterstützen.