Berlin - Mario Czaja (CDU) will der Linkenpolitikerin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Petra Pau, bei der kommenden Bundestagswahl das Direktmandat in Marzahn-Hellersdorf streitig machen. Dabei baut der ehemalige Berliner Gesundheitssenator auf Unterstützung aus Paus eigener Partei. In einem rund vierminütigen Clip wirbt Czaja mit Gregor Gysi, dem außenpolitischen Sprecher der Linken im Bundestag.

Die Rettung des Krankenhauses Kaulsdorf wertet er als seinen Erfolg, den er nicht zuletzt auch der „ungewöhnlichen Partnerschaft“ mit Gregor Gysi zu verdanken habe. „Gregor Gysi stand fest an unserer Seite“, sagt Czaja in dem Clip, in dem kurz ein gemeinsames Bild der beiden auftaucht. 1997 legte der Senat das Krankenhaus Kaulsdorf mit dem Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus zusammen. Nach der Übernahme durch Vivantes 2001 gab es Pläne, den Standort in Kaulsdorf zu schließen, die aufgrund zahlreicher Proteste jedoch nicht umgesetzt wurden.

Gysi selbst zeigt sich irritiert über den Versuch des CDU-Politikers, ihn für dessen Kampagne einzuspannen. „Ein Bild von Czaja und mir hätte ihm früher immer geschadet, heute glaubt er, dass es ihm nutzt“, sagt Gysi der Berliner Zeitung. Erfolg werde er damit jedoch nicht haben. „Ich bin überzeugt, Petra Pau gewinnt erneut ihren Wahlkreis. Ich freue mich schon über einen gemeinsamen Auftritt mit ihr.“

CDU und Linke arbeiten in Marzahn-Hellersdorf oft zusammen

Pau sieht Gysis Präsenz in Czajas Werbeclip ebenfalls gelassen. „Wenn Herr Czaja mit Gregor Gysi für sich wirbt, wird er dafür Gründe haben. Mit seiner Parteifreundin Angela Merkel geht das offenbar schlechter“, sagt sie der Berliner Zeitung. So seien Themen, die die Menschen in Marzahn-Hellersdorf interessieren, von der großen Koalition nicht bearbeitet worden. „Frau Merkel ist jetzt 15 Jahre Bundeskanzlerin, und ich werde immer wieder gefragt, was denn nun mit der Angleichung der Renten in Ost und West sei.“

Dass Czaja in Bezug auf die damalige Zusammenarbeit mit Gregor Gysi zum Erhalt des Kaulsdorfer Krankenhauses von einer „ungewöhnlichen Partnerschaft“ spricht, sei nicht zutreffend. „Wir haben in Marzahn-Hellersdorf eine besondere Geschichte zwischen PDS – später Linke – und der CDU“, sagt Pau. Auch wenn sie immer wieder gegen CDU-Kandidaten wie Monika Grütters angetreten sei, so habe man doch abseits des Wahlkampfes bei gemeinsamen Anliegen stets zusammengearbeitet und dies auch transparent kommuniziert.