Zu den Menschen, die gravierenden Einfluss auf die Veränderungen der Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts genommen haben, gehört ohne Zweifel Mark Zuckerberg. Mit seinem sozialen Netzwerk Facebook hat der gerade einmal 32 Jahre alte Unternehmer innerhalb weniger Jahre nicht nur einen Mega-Konzern erschaffen. Facebook hat darüber hinaus auch die geistige Signatur des digitalen Kapitalismus geprägt. Das markanteste Merkmal dieser Form des Geschäftemachens besteht darin, dass es kaum mehr ums Geldverdienen zu gehen scheint. Unter Freunden geht beinahe alles wie von selbst, und im Gegensatz zur Botschaft der einstigen HB-Zigarettenreklame, die dieses Versprechen verhieß, steigt nicht einmal Rauch auf.

Mark Zuckerberg ist ein kluger Stratege, der die sozialen Verwerfungen registriert hat, die insbesondere die neue Präsidentschaft seines Landes ausgelöst hat. Trumps Muslim-Bann hat er unlängst energisch widersprochen. Dass sein Unternehmen Facebook mit Blick auf problematische Transparenzregeln einen beträchtlichen Anteil an der rasanten Entwicklung sogenannter Fake News hat, wies er allerdings zurück.

Zuckerberg hat viel vor

Zuckerberg möchte auch weiterhin zu den Guten gehören. In einem öffentlichen Brief hat er nun eine programmatische Devise ausgegeben, laut der Facebook zu einer Plattform des sozialen Wandels werden soll. Es gebe weltweit Menschen, die von der Globalisierung übergangen worden seien sowie starke Abschottungstendenzen. Laut Zuckerberg gehe es nun darum, ob wir eine globale Gemeinschaft schaffen können, die für alle funktioniert. Vollmundig strebt er an, eine soziale Infrastruktur für die Gemeinschaft zu entwickeln.

Der Mann hat viel vor. Zuckerberg entwirft in seinem Manifest nicht weniger als das digitale Konzept für einen freundlichen Totalitarismus. Kam Facebook bislang in Gestalt eines Tools der Vernetzung daher, so macht es sich nun daran, das gesellschaftliche Design als Ganzes in Angriff zu nehmen. Das soziale Mit- und Nebeneinander entsteht aus einem schwer steuerbaren Zusammenhang von Kooperation, Widerspruch, Reibung, Differenz und vielem mehr. All das, so hat sich Zuckerberg  vorgenommen, wird doch wohl noch effektiver unter Kontrolle zu bringen sein. No exit – Facebook.