Hamburg - Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Anordnung zur Anbringung von Kreuzen in den Behörden des Freistaats gegen Kritik verteidigt. Das Kreuz sei „in erster Linie ein religiöses Symbol“, sagte Söder am Donnerstagabendin den ARD-„Tagesthemen“. Es gehöre „aber auch zu den Grundfesten des Staates“. Es habe eine „identitätsstiftende, prägende Wirkung für unsere Gesellschaft“.

Er glaube nicht, dass sich Muslime, Juden oder Atheisten durch das Aufhängen des Kreuzes bedrängt fühlen würden, sagte Söder.

Es sei wichtig, „in den Zeiten in denen wir sind, ein Stück Selbstvergewisserung zu machen“.

Er wundere sich, dass „wir über Toleranz für andere Religionen reden und uns nicht trauen zu unserer eigenen Religion zu stehen“.

Das Kreuz wird Pflicht

Die bayerische Landesregierung hatte am Dienstag beschlossen, dass künftig im Eingangsbereich jedes Behördengebäudes ein Kreuz aufgehängt werden muss. Dies sei ein „Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“, hieß es. Der Vorstoß wurde kontrovers diskutiert. Grüne und Linke warfen der CSU populistisches und verfassungswidriges Handeln vor. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (CDU) verwies auf die Neutralität des Staates. (dpa)