Michèle Rubirola ist die neue Bürgermeisterin von Marseille. 
Foto: AFP/CLEMENT MAHOUDEAU

MarseilleDie französische Hafenstadt Marseille bekommt erstmals eine Bürgermeisterin. Michèle Rubirola, Kandidatin des Linksbündnisses Frühling von Marseille, erhielt am Samstag nach zähen Verhandlungen infolge der Kommunalwahl die nötigen Abgeordnetenstimmen. Die zweitgrößte Stadt Frankreichs rückt damit nach links: Die 63-jährige Grüne folgt auf den Konservativen Jean-Claude Gaudin, der 25 Jahre lang Bürgermeister war, berichtet AFP.

Bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen Ende Juni hatte Frühling von Marseille die meisten Stimmen erhalten. Mit 38 Prozent lag das Bündnis deutlich vor der konservativen Partei Die Republikaner (30 Prozent). Insbesondere Ermittlungen wegen des Verdachts auf Wahlbetrug mittels Wahlvollmachten hatten den Konservativen Stimmen gekostet.

Wegen der besonderen Bestimmungen für die Wahl der Bürgermeister der drei größten Städte des Landes - Paris, Marseille und Lyon - war dennoch lange unklar, ob es für die linke Kandidatin reichen würde. „Ich bin erleichtert zu sehen, dass der Wille der Menschen von Marseille respektiert wurde“, sagte Rubirola, die bislang für die Grünen im Rat des Départements Bouches-du-Rhône saß.

Rubirola, die als Ärztin seit Jahren in den ärmeren Vierteln der Stadt praktiziert, versprach, die gesellschaftliche Kluft in der Stadt anzugehen. „Allen, die nicht zur Wahl gegangen sind, möchte ich sagen, dass wir immer im allgemeinen Interesse handeln werden, unabhängig von unseren Differenzen“, betonte sie zudem. Die Wahlbeteiligung hatte in Marseille bei lediglich 35 Prozent gelegen.

Die Franzosen hatten den Grünen bei den Kommunalwahlen Ende Juni zu einem Erdrutschsieg verholfen. Der Partei gelangen Überraschungserfolge in einer ganzen Reihe von Städten.

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