Brüssel - Der Italiener Antonio Tajani soll nach dem Willen der Europäischen Volkspartei (EVP) die Nachfolge von Martin Schulz an der Spitze des EU-Parlaments antreten.

Die Abgeordneten sprachen sich am Dienstagabend in Straßburg dafür aus, den 63-jährigen früheren Industriekommissar ins Rennen um das Amt des EU-Parlamentspräsidenten zu schicken. Er setzte sich gegen drei andere Kandidaten in der EVP durch, welche die größte Fraktion in der EU-Volksvertretung stellt. Im 751-köpfigen Plenum braucht die EVP, zu der auch CDU und CSU gehören, allerdings die Unterstützung weiterer Abgeordneter, um am 17. Januar Tajani an die Parlamentssitze zu hieven. Er gilt als Vertrauter des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Das Amt beanspruchen auch die Sozialisten und Sozialdemokraten für sich, die ihren Fraktionschef Gianni Pittella aus Italien nominiert haben. Von den Liberalen hat der ehemalige belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt seinen Hut in den Ring geworfen. Der SPD-Politiker Schulz war seit 2012 Präsident des EU-Parlaments und wechselt kommendes Jahr in die Bundespolitik. In der SPD gilt er neben Parteichef Sigmar Gabriel als möglicher Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl im Herbst. (Reuters)