„Greta und ich“-Kolumne.

MUTTER: Wir brauchen noch ein paar neue Masken für die Schule. Ihr müsst welche tragen nächste Woche im Schulgebäude.

TOCHTER: Ich hab keine Ahnung, wie das funktionieren soll.

Na ja, so wie auch in Geschäften. Die Lehrer werden schon aufpassen, dass ihr Masken aufhabt. Die werden überall auf den Gängen stehen und das überwachen. Das war doch nach dem Lockdown auch so.

Da haben sie nur auf Abstände geachtet. Wir mussten keine Masken tragen. Wie macht man das dann mit dem Essen? Dürfen wir acht Stunden lang nichts essen? Wie soll man das durchhalten?

Das müssen die Schulen halt organisieren. Oder das Maskenprogramm wird großartig scheitern. Das Gejammer, die Vorbereitungszeit sei zu kurz gewesen, die Schulen seien nicht richtig vorbereitet, klingt allerdings bereits nach scheitern. So was nervt mich. Seit März konnte man sich auf das Ende der Sommerferien vorbereiten. Vor allem waren jetzt sechs Wochen lang Ferien und in dieser Zeit haben Lehrer und Schulleiter ja wohl hoffentlich nicht nur Urlaub gemacht. Das Konzept müsste fertig sein.

Ich finde den Beschluss schwierig. Im Unterricht trägt man keine Maske, aber in der Pause. Das ist nicht logisch. Und es ist auch schwer umzusetzen. Es ist total heiß. Man kann nicht essen und trinken. Aber natürlich finde ich es immer noch besser, als wenn die Schulen wieder schließen. Vor allem für die Abiturklassen.

Nicht nur für sie. Achtklässler zum Beispiel haben so gut wie keinen Unterricht gehabt im letzten Halbjahr. Es ist nicht mal der Wissensstand erhalten worden, von Dazulernen braucht man gar nicht zu sprechen. Und die Kinder verwahrlosen auch. Sie haben keine Struktur mehr in ihrem Leben. Es ist für alle Schüler wichtig, dass wieder Unterricht stattfindet.

Also wenn man das wirklich umsetzen will, müssen die Lehrer aber auch aufmerksam und streng bleiben. Bei uns hat es beim letzten Mal genau eine Woche lang geklappt mit den Abständen. Wir durften nichts hin- und herreichen. Da wurde gedroht, wenn ihr euch nicht benehmt, kommen irgendwelche Strafen. Aber je länger wir in der Schule waren, umso lockerer wurde es. Am Schluss haben wir doch zusammen gestanden und Essen getauscht. Die Corona-Maßnahmen waren dann nur noch Einzeltische und dass die Lehrer uns nicht berühren dürfen.

Es ist wie überall sonst auch. Besonders aufmerksam ist man nur am Anfang und dann zieht eine Lockerung die nächste nach sich. Vor der Urlaubszeit haben wir uns kaum mit Leuten getroffen, haben genau drauf geachtet, niemandem die Hand zu geben, immer alles abgewaschen. Jetzt durch die Reisen hat sich das verändert. Im Urlaub war alles fast wie früher. Warum soll man das zu Hause also wieder anders machen. Man braucht Regeln, an die man sich dauerhaft halten kann – in der Schule, im Schwimmbad, im Geschäft, im Theater, am Arbeitsplatz, an allen öffentlichen Orten.

Ja, und sie müssen so sein, dass man sie auch einhalten will. Ich kann zum Beispiel nicht ein Jahr lang ohne meine Freunde sein. Da ist es schon besser, wenn in der Schule Regeln gelten.