Bei einem zentralen Gedenken in der Hauptstadt wird an diesem Donnerstag an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Am 54. Jahrestag des Mauerbaus wird Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) in der Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße einen Kranz niederlegen. Zuvor gibt es eine Andacht in der Kapelle der Versöhnung (10.30 Uhr) auf dem früheren Todesstreifen. Vertreter aus der Bundespolitik haben ebenfalls ihr Kommen zugesagt.

Auch anderenorts sind Gedenkveranstaltungen geplant. An der Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam soll es am Abend des Jahrestages (20.00 Uhr) eine Lichterkette geben. In der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn wird eine Ausstellung zur Mauer eröffnet (17.00 Uhr).

Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer mindestens 138 Menschen durch das DDR-Grenzregime. Die Zahl der Opfer an der einstigen, knapp 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze steht indes noch nicht fest. Das Projekt des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin wird nicht wie ursprünglich gedacht zum Jahresende abgeschlossen. Die Recherchen seien schwieriger als zunächst angenommen, sagte Projektleiter Jochen Staadt.

Eine kleine Kapelle der Versöhnung

Nach neuen Angaben des privaten Mauermuseums am Berliner Checkpoint Charlie starben 1830 Menschen durch das DDR-Grenzregime. Es wurden auch Tote an den Grenzen des Ostblocks einbezogen. Historiker bewerten die Zahlen als nicht seriös.
Die Bernauer Straße war das Symbol der Teilung. Hier spielten sich nach dem Mauerbau dramatische Szenen ab. Die Häuser gehörten nun zum Osten, der Bürgersteig zum Westen. Menschen versuchten in den ersten Tagen noch, aus Wohnungsfenstern in die Freiheit zu springen.

Zur dortigen Mauer-Gedenkstätte gehört eine Erinnerungslandschaft unter freiem Himmel - mit Original-Mauerresten und freigelegten Teilen der einstigen Sperranlagen oder Fundamente. Rechts und links eines früheren Postenweges der DDR-Grenztruppen erschließt sich auf 1,4 Kilometer Länge die Dimension des Bollwerks.

Die auf Geheiß der DDR-Führung gesprengte Kirche auf dem einstigen Todesstreifen entstand als kleine Kapelle der Versöhnung neu. Dort wird es am Donnerstag in der Andacht um Versöhnung gehen, kündigte die Mauer-Stiftung an. (dpa)