Kate und Gerry McCann mit einem Foto ihrer Tochter Madeleine im Jahre 2012.
Foto: dpa/John Stillwell

BerlinNach dem erneuten Zeugenaufruf zum Fall des vor 13 Jahren verschwundenen Mädchens Maddie McCann sind seit Anfang Juni mehr als 800 Hinweise beim Bundeskriminalamt eingegangen. Einige Hinweise seien jetzt schon als weiterführend für die Ermittlungen zu bezeichnen, sagte BKA-Ermittler Christian Hoppe in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ am Mittwoch.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen Mordes gegen den verurteilten Sexualstraftäter Christian B. Der 43-jährige Mann sitzt wegen anderer Delikte in Haft. Er soll zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt und die damals dreijährige Maddie am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz entführt haben.

Der Anwalt des Verdächtigen kritisierte die Ermittlungen unterdessen scharf. „Die Staatsanwaltschaft hat sich offensichtlich auf unseren Mandanten eingeschossen und probiert nun auf Biegen und Brechen, ihre Beweisnot zu beheben“, sagte Rechtsanwalt Friedrich Fülscher am Mittwochabend nach Ausstrahlung der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Auf den beweisgestützten Verdacht der Staatsanwaltschaft sei er sehr gespannt. „Ich halte diese Aussage der Staatsanwaltschaft Braunschweig für unheimlich gewagt.“

Auch könne er das Bild, das sich in der Öffentlichkeit über seinen Mandanten verbreitet habe, nicht teilen, so der Anwalt. „Ich erlebe ihn als sehr ruhigen und freundlichen Gesprächspartner.“ Sein Mandant wolle auf sein Anraten hin weiter keine Angaben zu den Vorwürfen machen.