Berlin - Vor fünf Jahren war ich noch Handballvater. Mein Sohn räumte, im Rahmen seiner durch meine Gene begrenzten Möglichkeiten, den Tabellenkeller der Stadtliga auf. Sei’s drum, ich gab den Kampfrichter, schrieb Berichte für die Vereinswebseite und sorgte mich vor jedem Spiel, ob denn diesmal genug Jungs auflaufen würden. Einmal traten sie nur zu sechst an.

Deutschlands Handballer waren damals gerade Europameister geworden. Doch ein Kolumnist von der Zeit feierte nicht mit. Denn die Sieger seien eine „Mannschaft ohne jeden Migrationshintergrund“, die für „100 Prozent kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft“ stehe, ein „nordisch-arisiertes Bild“ abgebe, „herkunftsstark“ und „blutnah“, ein parkettgestützter Feuchttraum der AfD. Das war kein Scherz, sondern eine der absurdesten Auslassungen, die mir je unter die Augen kamen, und, hören Sie, ich war Wirtschaftsjournalist in der DDR.

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