Berlin - Im Vermittlungsausschuss haben sich Bund und Länder auf einen höheren CO2-Preis geeinigt. Für Verbraucher bedeutet das: Der Spritpreis wird steigen. Entlastet werden sollen die Bürger im Gegenzug unter anderem durch eine höhere Pendlerpauschale und eine niedrigere EEG-Umlage auf den Strompreis. Wir erklären, was die Senkung der EEG-Umlage für Verbraucher bedeutet.

Was ist die EEG-Umlage?

Mit der EEG-Umlage werden die erneuerbaren Energien gefördert. Wer etwa eine Solaranlage betreibt und Ökostrom ins Netz einspeist, erhält dafür eine festgelegte Vergütung. Weil die Vergütungssätze über den an der Börse erzielten Strompreisen liegen, wird der Differenzbetrag auf den Strompreis für alle Verbraucher aufgeschlagen.

Wie hoch ist die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage verändert sich jedes Jahr, da sie von den erwarteten Strompreisen an der Börse und einer Reihe weiterer Faktoren abhängt. Für das Jahr 2020 beträgt die EEG-Umlage 6,756 Cent pro Kilowattstunde.

Wie stark soll die EEG-Umlage sinken?

Die Betreiber von Ökostromanlagen sollen auch in Zukunft feste Vergütungen erhalten. Diese sollen jedoch nur noch in Teilen über die EEG-Umlage finanziert werden. Auch die Einnahmen aus dem CO2-Preis sollen zur Finanzierung genutzt werden. Da der CO2-Preis nach dem Kompromiss im Vermittlungsausschuss nun höher ausfallen soll (ab 2021 25 statt wie zuvor geplant zehn Euro pro Tonne CO2) sind auch die Einnahmen daraus höher. Deshalb soll die EEG-Umlage entsprechend stärker sinken.

Im Jahr 2021 soll die EEG-Umlage laut Berechnungen des Bundesfinanzministeriums um 2,08 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden, 2022 um 1,73 Cent, 2023 um 1,84 Cent, 2024 um 2,71 Cent und 2025 um 3,42 Cent. Diese Beträge werden dann von der eigentlich benötigten EEG-Umlage abgezogen. Wie hoch die EEG-Umlage nach den Senkungen ausfallen wird, ist jedoch noch unklar, da die Berechnungen für die Jahre ab 2021 noch nicht vorliegen.

Wie stark werden Verbraucher dadurch entlastet?

Das Bundesfinanzministerium hat bereits Berechnungen vorgelegt, die zeigen, wie viel niedriger der Strompreis in den Jahren 2021 bis 2025 für einen Durchschnittshaushalt ausfallen wird. 2021 wird ein Durchnittshaushalt demnach um 62,48 Euro im Jahr entlastet, 2022 um 51,77 Euro, 2023 um 55,34 Euro, 2024 um 81,22 Euro und 2025 um 102,64 Euro.

Das Finanzministerium legt bei diesen Berechnungen einen Stromverbrauch von etwa 3000 Kilowattstunden zugrunde. Das ist etwas weniger als der durchschnittliche Jahresverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts.

CO₂-Preis soll höher ausfallen als bisher geplant

Zusätzlich sollen viele Verbraucher durch die Erhöhung der Pendlerpauschale entlastet werden. Außerdem sinkt die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrs-Tickets der Bahn. Zudem sollen energetische Sanierungsmaßnahmen in selbstgenutzten Eigentumswohnungen und Wohnhäusern steuerlich gefördert werden.