Pflegekräfte bei einer Messe im vergangenen Jahr in Berlin
Foto: Vivantes

BerlinDie Corona-Pandemie zwingt unserer Gesellschaft sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten auf. Viele Menschen in Deutschland sitzen derzeit zu Hause und stellen fest, dass ihr gewohntes Leben immer mehr zum Stillstand kommt.

Tatkräftige Politiker punkten

Andere arbeiten weiter, oft mit höherer Intensität als vorher. Das sind die Menschen in den sogenannten systemrelevanten Berufen, die dafür sorgen, dass dieses Land in seinen Grundzügen weiterfunktioniert. Dazu gehören auch Politikerinnen und Politiker. Auf sie schauen jetzt alle, weil sie jetzt neue Regeln entwickeln müssen, damit wir durch die Krise kommen. Wer Tatkraft zeigt, punktet.

Gesetze wie am Fließband

Im Schnelldurchgang werden Gesetze beschlossen, die riesige Geldsummen zur Verfügung stellen. Es werden Regelungen außer Kraft gesetzt, weil sie jetzt mehr schaden als nutzen würden – die Zugangsbedingungen zur sozialen Grundsicherung etwa.

Und es werden Grundrechte außer Kraft gesetzt, weil das der Gesundheit aller nutzt. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zum Beispiel. Dass das richtig weh tun kann, merken dieser Tage viele. Doch die meisten von uns sind nach wie vor der Meinung, dass das alles notwendig ist. Aber ist wirklich alles notwendig, was da gerade festgezurrt wird?

Zwangarbeit? Ausweispflicht?

In Nordrhein-Westfalen soll medizinisches Personal künftig zur Zwangsarbeit verpflichtet werden können. In Berlin könnte bald ein Bußgeld fällig sein, wenn wir Bürger ohne Personalausweis auf der Straße erwischt werden. Eine App auf dem Smartphone könnte uns bald schon sagen, dass wir uns in Quarantäne begeben müssen.

Ja, es muss schnell gehandelt werden. Aber manche Maßnahme sollte auch in diesen Zeiten gründlicher durchdacht werden.