Clara fährt mit einem Schlitten über einen schneebedeckten Hang im Harz. 
Foto: dpa/Swen Pförtner

HamburgDer CDU-Abgeordnete Christoph Ploß aus Hamburg hat vorgeschlagen, dass man die Weihnachtsferien um zwei Wochen verlängern sollte. Das ist ein interessanter Vorschlag, über den man gut nachdenken sollte. Denn durch die intensive Reisetätigkeit, die Familienfeiern im größeren Kreis, das inbrünstige Singen von Weihnachtsliedern in geschlossenen Räumen wird die Zahl der neuen Corona-Infektionen sicherlich zunächst einen rasanten Anstieg erleben. Die zwei zusätzlichen Ferienwochen im Januar, die die meisten Familien vermutlich wieder im kleinen Kreis und in den eigenen vier Wänden verbringen werden, wären dann im Grunde wie eine Zeit der Quarantäne, in der das Infektionsgeschehen sich wieder beruhigen könnte.

Ich habe ein paar Kinder in der Nachbarschaft gefragt, was sie davon halten. Und die meisten haben so etwas geantwortet wie „Das wäre doch super!“ Nur ein etwa achtjähriges Mädchen sah etwas nachdenklich aus und sagte: „Aber könnte man dann seine Freunde sehen? Wenn nicht, dann sind es eigentlich keine richtigen Ferien.“

Damit trifft es natürlich den Nagel auf den Kopf. Denn man müsste genau definieren, ob es sich wirklich um „Ferien“ handelt oder um Lockdown mit oder ohne Homeschooling. Auch wird es natürlich so sein, dass viele Eltern zum Jahresanfang wieder arbeiten müssen – und  der Spagat zwischen beruflichen Anforderungen und der Kinderbetreuung sich wiederholt.

Trotzdem ist dies ein Plädoyer für die Verlängerung der Weihnachtsferien. Denn durch den Regelbetrieb seit dem Sommer wissen wir, dass das Infektionsgeschehen im Inneren der Schulen erfreulich gering ist. Die allermeisten Infektionen werden von außen in die Schulen getragen. Es  kann gut sein, dass Anfang Januar sehr viele Schulklassen gleich wieder in Quarantäne geschickt werden müssten – und dass die Schulen das Jahr  etwas ruhiger angehen könnten, wenn es erst Mitte Januar beginnt.