Dass sich die Grenzen des Sagbaren verschoben haben, ist ein Satz, der in letzter Zeit immer wieder fällt. Oft in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise 2015. Es wird auf den Hass verwiesen, der sich vor allem in den anonymen Kommentarspalten entlädt. In zahlreichen Debatten, an denen ich in den vergangenen Monaten teilgenommen habe, ging es angesichts des Erfolgs der AfD um die Angst um die Demokratie. Viele sehen ihre Vorstellung eines pluralistischen Deutschlands in Gefahr.

Auf der anderen Seite meinen viele wiederum, man dürfe nicht sagen, was man denke. Bei einer Umfrage von Infratest Dimap vor den Wahlen in Sachsen stimmte eine Mehrheit von 69 Prozent der Aussage zu, man werde heute ausgegrenzt, wenn man seine Meinung sage. Auch fünfzig Prozent der Wähler der Grünen und der Linken stimmten dieser These zu. Laut einer im Mai veröffentlichten repräsentativen Umfrage von Allensbach sagten 59 Prozent der Befragten in ganz Deutschland, dass man in der Öffentlichkeit nicht frei sprechen kann.

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