Menschenrechtspreis für Schriftstellerin Petrowskaja

Die in der Ukraine geborene Schriftstellerin Katja Petrowskaja wird mit dem Menschenrechtspreis 2022 der Gerhart und Renate Baum-Stiftung geehrt. Die in Berl...

ARCHIV - Katja Petrowskaja, ukrainisch-deutsche Schriftstellerin bei der ZDF-Talksendung «Maybrit Illner».  ild/dpa/Archiv
ARCHIV - Katja Petrowskaja, ukrainisch-deutsche Schriftstellerin bei der ZDF-Talksendung «Maybrit Illner». ild/dpa/ArchivKarlheinz Schindler/dpa-Zentralb

Köln/Berlin-Die in der Ukraine geborene Schriftstellerin Katja Petrowskaja wird mit dem Menschenrechtspreis 2022 der Gerhart und Renate Baum-Stiftung geehrt. Die in Berlin lebende Autorin habe durch ihr vielseitiges Engagement, vor allem aber mit ihren Büchern „Vielleicht Esther“ und „Das Foto schaut mich an“ die „Sensibilität für die kulturelle Identität der Ukraine geweckt“, teilte die in Köln beheimatete Stiftung um den früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) am Donnerstag mit. „Ihrer nachdenklichen und eindringlichen Stimme kommt in dieser Epochenwende eine besondere Bedeutung zu.“

„Ohne Katja Petrowskajas vielseitiges Engagement wüssten wir weit weniger über die Ukraine“, erklärte die Stiftung. So habe sie während der Orangenen Revolution 2004 mit den „Kyjiwer Gesprächen“ eine deutsch-ukrainische Plattform initiiert, die heute lokale Demokratieprozesse in der Ukraine unterstütze. 2013 bis 2014 sei sie zudem eine der wichtigen Stimmen für die Maidan-Proteste in Kiew gewesen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll am 4. Dezember in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin vergeben werden. Die Laudatio soll der Filmschauspieler, Dramaturg und Autor Hanns Zischler halten. Petrowskaja, die aus Kiew stammt, soll aus ihrem Werk lesen, zudem soll über die Menschenrechtslage in der Ukraine diskutiert werden. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Der Menschenrechtspreis der Stiftung wird alle zwei Jahre und nun zum vierten Mal verliehen. Preisträger der vergangenen Jahre waren die Fraueninitiative „Women in Exile (WIE)“ mit Sitz in Potsdam, der in Deutschland lebende israelische Psychologe, Autor und Sozialarbeiter Ahmad Mansour und die belarussische Freiheitskämpferin Maria Kolesnikowa.