Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte am Montag dem neu gewählten Präsidenten der USA, Joe Biden.

Zudem erinnerte sie an „das Schlimmste und Beste in der deutschen Geschichte“: die Reichspogromnacht am 9. November 1938 sowie die deutsche Einigung, die am 9. November 1989 begann. Diese wäre ohne das Vertrauen der Amerikaner nicht möglich gewesen, sagte Merkel. „Wir haben erlebt, welch wichtige Rolle die Amerikaner für die Freiheit und Demokratie in der Welt spielen.“

Eine ebenso große Bedeutung misst Merkel der deutsch-amerikanischen Freundschaft sowie der transatlantischen Partnerschaft bei. Mit den USA wolle man „Seite an Seite“ gegen die Corona-Pandemie, Terrorismus und für eine offene Weltwirtschaft kämpfen. „Wir wissen, dass wir mehr eigene Verantwortung übernehmen müssen“, kündigte die Kanzlerin an. Die USA erwarteten „zu Recht stärkere Anstrengungen, für die eigene Sicherheit zu sorgen und für unsere Überzeugungen in der Welt einzutreten“, gab sich die Kanzlerin selbstkritisch. Seit Jahren nähert sich Deutschland dem selbst gesteckten Ziel der Nato nicht an, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte das mehrfach kritisiert.

Der 46. amerikanische Präsident Joe Biden ist für Merkel kein Unbekannter. Bereits 2013 folgte er einer Einladung ins Kanzleramt. Merkel schätzt an Joe Biden seine jahrzehntelange Erfahrung sowohl in der Außen- als auch in der Innenpolitik. Außerdem gratulierte sie ausdrücklich der Vizepräsidentin Kamala Haris. Als erste Frau, zudem mit Einwanderungsgeschichte, sei sie für viele eine Inspiration.

Bereits am Sonnabend gratulierte Merkel via Twitter und wünschte „von Herzen Glück und Erfolg“. Zur Niederlage Trumps sowie zu den am Montag von der EU beschlossenen Strafzöllen auf US-Importe äußerte sich die Kanzlerin nicht.