Messerattacke in Herborn an Heiligabend: Linksradikale verhöhnen erstochenen Polizisten

Der an Heiligabend in Herborn erstochene Polizist wird auf der Internetseite „Indymedia“ verhöhnt. In einem Beitrag mit der Überschrift „Solidarität mit dem Polizistenmörder“, erstellt am ersten Weihnachtsfeiertag von einer Person mit dem Spitznamen „Zeiti“, schimpft der Autor über die Bahn und lässt sich darüber aus, wie „dumm“ die Beamten seien, berichtet die Bild.

Der Verfasser schreibt: „Ja jetzt ist ein Beamter tot und der zweite schwebt in Lebensgefahr; trotz schuss- und stichsicheren Westen! Wie dumm muss man eigentlich sein?!“

Weiter heißt es: „Dann auf den Menschen zu schießen (...) ist einfach nur mal wieder typisch ‚Bullenschweine!‘, dumm wie Brot.“

Ersten Auswertungen einer Überwachungskamera zufolge gab vermutlich der Beamte zwei Schüsse ab, der später an den Verletzungen starb und traf den betrunkenen 27-Jährige, der dadurch verletzt wurde.

Der Autor äußert außerdem seine Meinung über Weihnachten und das „Pack, das Weihnachten feiert und faul zu Hause sitzt anstatt zu arbeiten“.

Der Beitrag soll laut Bild nicht mehr online sein. Jedoch ist auf „Indymedia“ ein Screenshot zu sehen, den offenbar „Bild“ von dem Hohn-Beitrag gemacht hatte. Auch auf der Twitterseite von „Indymedia“ wird ein Link zu dem Screenshot gezeigt.

Die Webseite wird häufig mit dem Linksextremismus in Verbindung gebracht. Nur Mitglieder können dort Beiträge veröffentlichen.

Ermittlungen im Gange

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derweil wegen Mordes. Die Ermittler werten weiter die Videoaufzeichnungen der Bluttat und Spuren vom Tatort aus. Außerdem laufen Zeugenbefragungen, wie Staatsanwalt Dominik Mies von der Wetzlarer Außenstelle der Limburger Staatsanwaltschaft am Wochenende berichtete.

Gegen den 27-Jährigen, der selbst angeschossen wurde und zur Tatzeit einen Alkoholwert von 1,5 Promille hatte, erging Haftbefehl. Er habe sich bislang nicht zur Tat geäußert, sagte Staatsanwalt Mies. Der Mann sollte auf die Krankenstation eines Gefängnisses in Kassel verlegt werden. (lk mit dpa)