Berlin -  Einmal, so erzählt es Michael Succow, da hätte die SED ihn beinahe in ihre Arme geschlossen, so fest, dass er sich womöglich nicht mehr hätte lösen können. Es war Anfang der 70er-Jahre. Succow gehörte in der DDR schon früh zu den sehr wenigen Umweltschützern. Doch nun musste er als Bodenkundler in einem sogenannten Meliorationskombinat in Bad Freienwalde arbeiten. Er, der die Natur doch eigentlich bewahren wollte, der groß geworden war als Bauernsohn im Nordosten Brandenburgs und die Landschaft dort liebte, musste sie zerstören und auf Geheiß des Staates Moore trockenlegen. Eigentlich eine Art Strafversetzung nach dem Biologiestudium, wo er als Unterstützer des Prager Frühlings in Ungnade gefallen war. Aber aus Sicht der Partei hatte er sich in der Zwischenzeit bewährt. Ein älterer Arbeitskollege habe ihm berichtet, dass auf einer Sitzung über ihn gesprochen worden sei. Den Succow, den müsse man aufnehmen, habe es da geheißen, damit er Karriere machen könne.

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