Der Migrationsexperte Gerald Knaus ­­­sieht die EU an einer historischen Wegmarke. Der Gründer der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI) ist überzeugt, dass die europäische Politik nicht zulassen dürfe, dass die zwischen Polen und Belarus im Wald ausharrenden Migranten ihrem Schicksal überlassen oder gar in einen gewaltsamen Konflikt verwickelt werden. Knaus sagte der Berliner Zeitung: „Die Menschen harren an der polnischen Grenze unter unzumutbaren Bedingungen aus. Es ist eiskalt, die Verpflegung und eine medizinische Versorgung sind nicht gegeben. Die Menschen sitzen – viele mit ihren Kindern – im Wald und wurden jetzt viele Wochen schon von der belarussischen Polizei daran gehindert, zurück in Richtung von Minsk zu gehen. Polen praktiziert illegale Push-Backs, schickt also Menschen direkt in eine unmittelbare körperliche Gefahr zurück. Wenn die EU an dieser Politik festhält, stehen wir an einer neuen Zeitrechnung bei den Menschenrechten in Europa: Die Genfer Flüchtlingskonvention wäre dann faktisch Geschichte.“

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