Ministerin schlägt Ausweitung der Corona-Regeln vor

Die Zahl der Corona-Ansteckungen steigt und auch die Belastung in Krankenhäusern. Brandenburgs Gesundheitsministerin zeigt sich besorgt - und erwägt, mit ein...

ARCHIV - Ursula Nonnemacher spricht auf einer Pressekonferenz.
ARCHIV - Ursula Nonnemacher spricht auf einer Pressekonferenz.Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Potsdam-Wegen der steigenden Corona-Belastung in den Krankenhäusern hält Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen ähnlich wie in Berlin für geboten. Sie zeigte sich besorgt. „Innerhalb einer Woche hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg mehr als verdoppelt. Die Belastungen in den Krankenhäusern steigen spürbar an“, sagte Nonnemacher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam.

Im medizinischen Bereich gebe es wegen Erkrankungen erhebliche Personalausfälle. Deshalb sei es an der Zeit, weitere Schutzmaßnahmen vorzubereiten. „Eine moderate Ausweitung der Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen, wie Berlin sie jetzt erwägt, halte ich für ein geeignetes Mittel.“

Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) will dem Senat wegen steigender Corona-Zahlen in der nächsten Woche vorschlagen, dass in Läden, Museen, Unis und anderen öffentlichen Gebäuden bald wieder Masken getragen werden müssen. Wenn sich die Infektionslage weiter verschärft, könnte eine Maskenpflicht nach den Plänen ausgeweitet werden.

Berlin wies am Mittwoch 469 neue Ansteckungen je 100.000 Menschen binnen sieben Tagen aus. In Brandenburg waren es nach Angaben des Robert Koch-Instituts mit 807 sogar etwas mehr als im bundesweiten Durchschnitt mit rund 800. In Frankfurt (Oder) und den Kreisen Elbe-Elster, Prignitz und Spree-Neiße liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bereits über 1000.

Bisher muss in Brandenburg eine FFP2-Maske in öffentlichen Bussen und Bahnen getragen werden. Das Brandenburger Kabinett hatte die Schutzmaßnahmen Ende September bis zum 28. Oktober verlängert. Dazu zählt auch die Pflicht für einen Corona-Test für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialbereich, sofern sie nicht vollständig geimpft beziehungsweise nachweislich genesen sind. Die Gesundheitsministerin empfahl bereits das Tragen von Masken in öffentlichen Räumen mit vielen Menschen. Das Kabinett wird sich voraussichtlich am 25. Oktober mit einer neuen Corona-Verordnung befassen.

Die Zahl neuer Corona-Patientinnen und -patienten in Brandenburger Krankenhäusern hat seit dem 6. Oktober den Alarmwert von 10 überschritten. Sie lag am Mittwoch bei 15,7. Die Gesamtzahl der Patienten mit Covid-19 in Krankenhäusern steuert mit 814 langsam auf die wichtige Schwelle von 1000 zu. Dagegen ist der Anteil freier Intensivbetten in den Krankenhäusern mit 19,5 Prozent noch im grünen Bereich. Alle drei Werte gelten der rot-schwarz-grünen Landesregierung als Signale für die Belastung in Krankenhäusern.

Am Mittwoch hatte das Gesundheitsministerium darauf verwiesen, dass die Landesregierung rechtzeitig über möglicherweise notwendige Änderungen der Corona-Regeln entscheiden werde. Darüber berichtete auch der „Uckermark Kurier“. Linksfraktionschef Sebastian Walter forderte am Dienstag, mit Experten noch vor Ende Oktober über weitere Maßnahmen zu sprechen. Freie-Wähler-Fraktionschef Péter Vida sprach sich gegen eine Verschärfung der Maßnahmen aus.